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Gutes von ihm gesehen, immer hat er gebetet und geduldet undist in Armuth und Demuth gewandelt. Liebes Kind! er hat vonGott und allem Heiligen, wo nicht mehr als die anderenGeschwister, doch durchaus mehr gewußt als ich — denn ichwußte nichts davon. Unendlich Viel habe ich ihm zu danken,sein Schutzengel schützte ihn vor der Neckerei meines und derGeschwister Muthwillen; er war in seiner Einfalt und Gottes-furcht isolirt, in steter, treuer Übung der katholischen Religionund aller kirchlichen Feier, und sagte mir im Vorübergehen wohlauch ein mahnendes Wort — aber ich folgte ihm nicht, wennich gleich im Innersten die Wahrheit fühlte. Alles dessen michjetzt erinnernd, erkannte ich meine Schuld, dankte Gott, für ihnund that ihm herzliche Abbitte. Nah' um seinen ehemaligenWohnranm her, sah ich den ganzen Lebenskreis der Schwesternund ihrer Freundinnen und Freunde sich entwickeln; ich erlebteall' mein Leben mit ihnen noch einmal. Alles sah ich wiederunter meinen Angen um mich her Vorgehen; sah auch, wiedamals, in dem stürmischsten Momente meiner SeelenverwirrungDu, liebste Sophie, als ein kleines Mädchen mich ungemeinrührtest, ich habe es nie vergessen, in all' meinem Elende nicht.Ich saß in großer Angst und Verwirrung ganz vernichtet beiDeinen Eltern am Nachtessen, die innere Qual ließ mich nichtruhen, ich stand auf und setzte mich auf's Sopha; da brachteDich die Mutter als ein etwa dreijähriges Kind und hob Dichunter den Anwesenden umher, „Gute Nacht" zu sagen, es brannteeine hängende Argand'sche Lampe über der Mitte des Tisches;Du lachtest die Flamme an und strecktest, begierig nach ihrfassend, die Händchen nach dem Lichte aus, und man trug Dichhinweg; ich sah dies mit einer tiefen Zerknirschung: die Unschuldstreckte sorglos die Händchen nach dem Lichte in die Flamme,während die Schuld in unaussprechlicher Angst zu der Finsternißfloh. Alles dies und unzähliges Andere tauchte rings umher inder Mond-beleuchteten Umgebung vor meiner Seele auf, als ich