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Nun soll ich Dir antworten und sitze oft Stunden vor einerZeile und weiß nicht was sagen. Alles ist das Rechte nicht,Alles kann nicht der Schuld genug thun, die ich Dir von Jugendauf trage, und auch jetzt muß ich mich sehnen, Deine Füße zuumarmen und mit meinen Thränen zu benetzen; denn ach! waswäre ohne Deine treue Liebe und Sorge aus mir geworden! —
Könntest Du jetzt in mein armes bestürztes Herz sehen,wie ich nun schon seit acht Tagen zittere und zage und garnichts denken noch thun kann, weil mir auch Bruder Georggeschrieben, daß Ihr Euch aus der Handlung zieht und daß ichüber mein Vermögen disponiren möge. Die Nachricht trafmich wie ein Donnerschlag, und ich fühle mich wie ein ganzverlorener Mensch, der gar nicht weiß was er auf der Weltanfangen soll.
Es ist nicht wohl möglich, daß ein Mann wie Du, dersein Leben in großen Geschäften der Verwaltung für Anderemit solcher Treue und väterlichen Fürsorge zugebracht hat, sicheine Vorstellung von meiner gänzlichen Unfähigkeit zu so etwas,die an die Unfähigkeit eines Kindes grenzt, machen kann.Wahrhaftig, der liebe selige Bruder Anton war geschickter dazu;denn er hatte zwei Engel zur Seite, die Unschuld und dieEinfalt, die gesegneten Geschäftsführer der Armen im Geiste.Wenn ich im überwältigenden Gefühle meiner Unfähigkeit undmeines Unwerthes so spreche, so ist dies keine falsche heuchlerischeDemuth, es ist die nackte Wahrheit, die sich nicht verbergenkann. Wenn ich alles das Gute, was Du allen DeinenGeschwistern so väterlich von Jugend auf erwiesen hast, durchMahnung, Beispiel und Sorge, dankbar preise, so soll es wahr-haftig kein kriechendes Lob sein, das Deiner ganz unwürdigwäre und mir höchst unziemlich. Nein, mein lieber Bruder,Pfleger und Wohlthäter, Gott sei allein die Ehre; er hat Dicherwählt, gestützt, geführt, zur Hilfe Deiner Geschwister, und vor