Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
393
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mir kommen, sie bat mich, Sie zu fragen, ob Frau Meller aufder Sendtner'schen Versteigerung nicht Einiges des einfachenHausraths kaufen solle, was man dann nicht hin und her zuschleppen brauche. Ich hielt dies freilich für gut, da ich abernoch nicht bestimmt erfahren konnte, wann diese Versteigerungsein kann, und also ob noch hier in der Wohnung, läßt sichNichts darüber bestimmen. Sie wollen, wie ich höre, sich dasNöthige zu Hause bereiten und voraus hieher senden lassen, dieBestellungen sind nothwendig schon geschehen, also wäre danichts zu ändern. Es bleibt nun meine Aufgabe, das weitereNothwendigste, sobald es klar wird, in der bescheidensten Weiseanzuschaffen und Ihrer liebenden Thätigkeit zu überlassen.Ich fühle eine rührende Fügung Gottes darin, daß die Klagedes Pilgers, der bei dem Kreuz am Wege einkehrt (vor dembittern Leiden) gerade Ihr Herz bewegte, als der Pilger geradeauf einer anderen Station des Kreuzwegs niedersinkend, seineHand nach Ihnen ausstreckte. Gott segne Ihre Hilfe! Maßenwir uns kein Nrtheil über Alles an, ich habe Sie angefleht alseinen Priester Jesu Christi, Gott vergelte Ihnen, daß Sie nichtvorübergegangen: noch jetzt ist mein Herz zum Brechen betrübt.Wenn ich Sie wicdersehe, werden Sie mir erlauben, Ihnen alldas Leid zu schildern, dessen bittere Woche kaum merkbarabrinnt. Lesen Sie für die gute Mutter einige heilige Messen.Herzlich bitte ich Sie um fortgesetztes Gebet für

Ihren armen unwürdigen Freund und Diener

Clemens Brentano.