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2 (1855) (1855)
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weilige Gesellschaft auf ein Stündchen, um die Unschuld gegendie Langeweile zu stützen. Er that dies durchaus in seelsorg-lichem Beruf, um hie und da auf die Seelen der guten, jungenMänner zu wirken, welches ihm auch gelang. Ich hörte ihneinigemal dort sehr verstehend, und gegen die Einseitigkeitkämpfend, von der Kunst reden; aber die wenigsten konnten ihmbeistimmen, die meisten höchstens beistummcn. Die Versammlunglöste sich hierauf ganz auf.

1835 ward Hofstetter Domkapitular und bezog mit seinenEltern eine andere Wohnung.

In allen seinen geistlichen Funktionen und seinem öffent-lichen Wandel fühlten seine Amtsgenossen, wie das Volk, einenheiligmäßig wandelnden Priester, höchst einfach, bescheiden undanständig. Der Erzbischof verehrte ihn, seinen Amtsgenossengewann er durch Demuth und Fleiß, wo nicht allen Freund-schaft, doch tiefe Achtung ab. Er war die Seele des ganzenDomkapitels, er wirkte nach allen Seiten segenbriugend undließ Andere in Ehren. Er war äußerst begnadigt im Beicht-stuhl und führte mehrere bereits angestellte junge Männer zumgeistlichen Stand. Er hat nie an das Bischofwerden gedacht,er kennt die Zeit, die furchtbare Last und Verantwortung, erempfing die Ernennung wie ein schweres Urtheil und flehtelängere Zeit um Begnadigung, bis ihm der Befehl des heiligenVaters durch den Nuntius überreicht ward. Er empfing ihnwie ein Todesurtheil und bereitete sich vor. Ich habe ihn indieser Zwischenzeit bis zu der Consecration mehrmals besucht.Er war von Sorgen, dem Gefühl seiner Unwürde, und vielemWachen und Beten ganz abgezehrt; aber er vertraute aufGottes Beistand; denn das Amt war ihm aufgelegt, und erhatte cs im geistlichen Gehorsam übernommen. Da er allerdingsfühlen mußte, welche Lücke durch seinen Austritt im Domkapitelentstehen würde, und wie nöthig ein streng katholischer, welt-. 25

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