verstehender und gelehrter Priester in kräftigem Alter darin sei,so machte er zur Bedingung seiner Annahme des Bisthums,daß der Canonikus und Professor der Exegese Oe. FriedrichWindischmann, der früher Domvicar und Secretär des Erz-bischofs gewesen, seine Stelle in dem Domkapitel übernehme.Fritz brachte das Opfer seiner lieben Lebensaufgabe, und gingzu großer Betrübniß der Universität aus dem Lehrfach in diegeistliche Regierung über.
Die Consecration des guten Hofstetter zum Bischof war eineder rührendsten, welche die Gemeinde hier erlebte. Als dergute Herr Erzbischof den neugeweihten jungen Bischof aus demChor durch die Kirche führte, daß er das Volk segne, hatte erdessen Hand unter Thränen an sein Herz gedrückt. —
Die Tage bis zur Abreise in seine Diöcese war er in derKirche nach seiner Messe immer von Knienden umdrängt, welchenach seinem Segen verlangten; eben so geschah ihm auf derStraße beim Nachhausegehen. Er mußte die letzten Tage vorseiner Abreise die Aufforderung seines Freundes, des Ministersvon Abel, annehmen und in dessen Haus ziehen, um nur einigeRuhe zu haben.
Zwei Tage vor seiner Abreise sah ich ihn noch öffentlichdas Sakrament zu dem sterbenden Minister Wirschinger tragenund ihn versehen, wie er verlangt hatte.
Mehrere junge Männer, welche sich durch ihn von anderenFächern zur Theologie gewendet hatten und seine Beichtkindergeworden waren, folgen ihm nach Passau, werden wie Jüngerdemüthig bei ihm wohnen und mit ihm beten, und die geringstenKirchendienste thun u. s. w. Wir können nicht anders, als dentrefflichsten Bischof in ihm erwarten, jedoch wird nach seinerWeisheit sein Thun und Lassen wenig Auffallendes haben. —Die Liebe und Verehrung von ganz München folgte ihm, unddoch hatte er nicht gepredigt, sondern nur den einfachsten, täglichenPriesterwandcl geführt.