An einen Freund.
Manche» de» ^5. Naaembrr 0859.
Ich danke Ihnen herzlich für Ihre treuen, redlichen, unwan-delbaren Schriftzüge und Herzenszüge! Sie rechtschaffener, pflicht-treuer Vormünder meiner armen verlorenen Findlingspoesie.
Ich zweifle nicht, daß Herr Schmerber seine Contracts-bedingungen erfüllt haben wird, sprechen Sie mit ihm darüber,und fragen Sie dann gütigst Herrn Reuß, wann und wievielvon Schmerber für meine Rechnung bezahlt worden ist. Außer-dem forschen Sie nach, ob mir (oder vielmehr den Armen,deren Vormund Sie hierin zu sein nicht verschmähen werden!)noch etwas Ferneres nach dem Contract jetzt oder später zuGute kommt. Gott wird Ihnen dieses und alle andere Treuereichlich in Erkenntniß und Lebendigwerdnng aller Wahrheit anIhrer Seele vergelten. Ach, liebes Herz, es ist eine großeGnade heutzutage deutlich zu sehen! Ich bitte Sie herzlich, dasInteresse der Armen in Bezug des Gockelertrags nach Rechtund Billigkeit zu wahren. Oft danke ich Gott mit Rührung,daß er mir in Ihnen einen unverdienten, treuen Freundgegeben, damit ich in solchen Dingen nicht ganz als einKrüppel verkomme.
Was die Herausgabe der übrigen Märchen betrifft, dankeich für Ihren gütigen Vorschlag. Ich bin dazu bereit, überlasseIhnen auch gern den Contract abzuschließen; jedoch würde ichsehr ungern die Bilder vermissen, und zwar wünsche ich dieselbenin höchster Einfachheit, etwa in bloßen Umrissen radirt, etwa imCharakter der Kleinkinderbücher, die bei Baumgärtner in Leipzigerschienen, in guer Octav. Der Verleger könnte sie dann aufdieselbe anspruchslose Weise illuminiren lassen. Ich wünschtevorerst das Märchen vom Rhein allein gedruckt, was den