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An seinen Bruder Iran).
Mönchen den 28. April jl8Z9.
Lieber Bruder!
Nach Empfang Deines liebreichen Briefs ging ich in denSchulbücherverein und fragte nach den hier gebräuchlichen; mangab mir beikommende. Das ist nun aber eben nichts Besonderes;auch wüßte ich nicht, woher es kommen sollte. Es ist dieseseine mir ganz fremde, und so oft ich sie ansehe, höchst lederne,seichte oder böswillige Literatur.
Was noch gut Katholisches hier im Land, ist ein alterSatz im Jesuitentintcnfaß, den man aus Trägheit nicht ansge-putzt hat und worauf man aus Sparsamkeit bald Bier, baldEssig, bald Wasser schüttet. Bayern hat heutzutage kein bedeu-tendes katholisches Talent. Die trefflichen Historisch-PolitischenBlätter, die Du doch gewiß liest, sind von Görres Vater undSohn, Phillips und Iarke geschrieben. Herbst schreibt die Sion,die jetzt recht gut ist.
Der Minister von Abel ist ein tüchtiger, wohlgesinnterMann, den man täglich in der Messe, Sonntags in Amt undPredigt sieht; es ist aber noch Alles zu sehr gemischt undgehemmt. Die Protestanten sind hier sehr rührig und ÜbertritteHeirathslustiger zu ihnen nicht selten.
Die Kölner und Posener Sache hat ihnen übrigens einenStoß gegeben. Jedoch ist die Kirche hier zu Lande auch nichtfrei, und schlechte Geistliche tanzen den Bischöfen auf der Naseherum.
Gott sei Dank, daß ihr wieder wohlauf seid u. s. w.
Clemens.