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An einen Ungenannten.
München den 7. Müder .1888.
Geliebter Freund!
Der Überbringer, Herr Hnndertpfund, in Augsburg wohnend,ein Maler anö dem Vorarlberg, ist ein mir als katholischerChrist und ans sittenreinem Wandel bekannter, tüchtiger, empfeh-lnngswerther Mann, wohl Werth, mit Ihnen bekannt zu sein.Erlauben Sie ihm, Sie manchmal zu sehen, und etwa mit Ihnenspazieren zu gehen. Alles Gute haftet an ihm, also heften Sieihm Gutes auf.
Guido ist mit Windischmann nach Tyrol. Sonst ist Allesbeim Alten. Von ganzem Herzen
Ihr
Clemens Brentano.
An seinen Bruder Georg.
Mönchen den 37. Nünemder .1888.
Herzlich geliebter Bruder!
Vergib mir meine große Vergessenheit und Nachlässigkeit.Hier der unterschriebene Conto cueronl. Du kannst Dir nichtdenken, wie mich oft das Gefühl meiner Nachlässigkeit innerlichganz niederschlägt.
Ich zittere oft, einen Brief zu schreiben, weil ich ihn immerwieder mit Bitten um Vergebung anfangen muß. Das Gefühlmeiner Zerstreuung und gänzlichen Geschäftsuntauglichkeit vernichtetmich oft ganz. Ich fühle mich oft so unmündig, daß ich die bitter»Thränen darüber weine, und damit versäume ich wieder meinePflichten. Oft gleiche ich einem Menschen, der durch Rene überBöses versäumt, irgend Gutes zu thun. Wenn ich dann einen