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2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
355
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es auf keine edlere, schonendere Weise. Wäre der Kopf Dante'sdarunter, so hätte ich Ihr Anerbieten angenommen. Beatriceist ihm gewogen. So aber bleibt in Ihren Händen, was Sieso redlich zu schätzen wissen, um mir es so graziös anzubietcn.Ihnen selbst bleibt ja unbenommen, es dahin zu geben, wo Siees lieber haben können, als bei sich.

Gewiß haben Sie den Tod des ältesten der Brüder Eber-hard, des Franz, mit Rührung vernommen. Er starb ausAltersschwäche einen beneidenswerthen, christlichen Tod. Ohnegroße Leiden pries er während der letzten Monate immer Gott,der ihm so schöne, friedliche Muse gegeben, bei der Dunkelheitseiner Augen, sein ganzes Leben zu überlegen und seine Sündenzu bereuen. Am Tage vor seinem Tode sagte ihm die Magd:Morgen ist das Fest Mariä Erwartung." Er antwortete:Aber auch Hieronymi Tod! Ach! wollte mich doch Gott auchzu sich nehmen; aber das bin ich nicht würdig, an einem solchenheiligen Tage zu sterben." Er starb Sonntag den 18. December,nach Tisch, drei Viertel auf ein Nhr. Er bat den Bruder unddie Magd, doch zu Tische zu gehen; sie fragten, ob er, wiegewöhnlich, einen Trunk Bier verlange? Er sagte:Ja!"trank einen halben Schoppen und sprach:Es schmeckt nichtmehr." Die Hände waren schon kalt, die Nägel blau. Als siewenige Minuten darauf nach ihm sahen verlangte er ein altesKreuz mit Reliquien, das er auf dem Trödel gekauft. Erdrückte es an Lippen und Brust, sie beteten die Sterbegebetemit ihm, er antwortete und starb friedlich. Er hatte denBruder um das geringste und ärmste Begräbniß angefleht; sielegten ihm im Sarge das Habit einer Sterbebruderschaft ausRom an, mit einer Kapuze, das er mir früher oft gezeigt. Ersah aus wie ein heiliger Hirtengreis von Bethlehem. Eskümmerten sich nicht viele Leute um seinen Tod; einige Nach-barkinder brachten Blumen, seine Todtenkränze gaben Fräu-

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