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2 (1855) (1855)
Entstehung
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ich sie kaum zu lesen, viel weniger abzuschreiben wage, was eineVerrätherei an mir und dem Leben sein würde. Das Meistebesitze ich gar nicht mehr, weiß auch nicht, wo es hingckommen.Ich habe zu wenig eine öffentliche Basis, als daß ich eine Floraveröffentlichen könnte; ich zittere vor dem Gedanken der Öffent-lichkeit und des Geschwätzes darüber. Ach! allzuviel Ehre, undmit der inner» Beschämung schon mehr als genug! Zürnen Siemir nicht, lieber Herzensfreund, aber ich habe eine krankhafteAngst vor aller Öffentlichkeit. Es ist eine solche Vortrefflichkeitin der Poesie eingerissen, daß ich mich schäme, mit meinenHobelspäncn hervorzutreten; man wird sie anzünden und michauslachen. Niemand wird eine Freude daran haben, Niemandmich daraus kennen, und die Freunde werden achsclzuckend sagen:Wir glaubten, es sei mehr an seiner Poesie."

Ist es aber eine fixe Idee Ihrer Freundschaft, so sei ihrdas Opfer gebracht. Schreiben Sie einmal die Titel zusammen.Viel wird nicht da sein. Vielleicht könnte man auch diepoetischsten Stellen aus der Gründung von Prag, welche einabgeschlossenes Bild aussprechen, ohne dramatisch zu sein, dazunehmen. Suchen Sie dieselben einmal aus, ebenso die Romanzenaus Godwi, ob die vom Rosenkranz auch? Ich erwarteIhre Antwort.

Alles, was Sie mir von Ihrer Reise erzählen, daß esIhnen Freude gemacht habe, erfreut mich auch; ich habe Alleslieb, was Ihnen wohl thut. Ich kann Ihnen nicht sagen, wiesehr es mich gerührt hat, daß Sie mir auf eine so zarte Weisedie vier geschnittenen Köpfchen ") wiedergeben wollen ich weiß wohl, was Sie damit sagen wollten man kann

*) Vier meisterhaft in Buchs geschnittene Hochreliefköpfchen von Kaisern (Mari-,Carl V. u. s. w.) aus Dürer's Zeit, früher zu den unter Kaiser Joseph H.verschleuderten Sammlungen Kaiser Rndolph's n. gehörend, von ClemensBrentano in Prag erkauft.