Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
353
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Innern eines der ausgezeichnetsten Geschöpfe. Sie hat Alles,was sie konnte, sich ährenlesend unter vieler Bedrängniß erworben,kein Mensch wußte von ihr sie ernährte ihre alte mütterlicheFreundin, sie hatte keine Magd, sie lebten täglich von höchstensdreißig Kreuzer Beide zusammen. Sie hat nie ein Geschenk,eine Gabe angenommen, für sich hat sie englisch, italienisch,Mathematik, Perspective, Botanik, Astronomie u. s. w. mehr alsoberflächlich studirt; sie schrieb wie in Kupfer gestochen, war vontadellosem Nus und keine Prüde: es war ein sehr liebes Herz.

Sie fragen mich wohl mit Recht, wer mir die folgenden

Blätter lithographiren werde. Vier andere Blätter, dievon einem anderen rechtschaffenen, geschickten Manne gemachtwurden, sind so roh ausgefallen, daß ich den Stein bezahlt

habe, aber nicht brauchen kann. Ich habe mir die Beine abge-laufen, Jemand zu finden, den ich wieder brauchen könne, undbin bis jetzt noch nicht zum Ziele gekommen. Das Kunstvolk ist

im Ganzen gar dünn und stümperhaft und charakterlos zusam-

mengewürfelt; was sie nicht auswendig gelernt haben, könnensie nicht. Ich habe keine Freude bis jetzt, sondern viel Kummermit dem Zeug gehabt, und wünsche es nie eingegangen zn sein.

Ich erwarte jetzt den Versuch eines jungen Menschen, dersich mir angeboten hat, um die Sache mit Mühe und Zeitverlustfortsetzen zu lassen. Wenn das Buch fertig ist, übersende ich esIhnen. Sie werden dann die Güte haben, die Unterhandlung mitHerrn Schmerber abzuschließen. Bis dahin will ich, um mir nichtnoch mehr Störung zu verursachen, kein Wort darüber verlieren.

Sie nehmen einen ungemein rührenden Antheil an meinerarmen Poesie; mir graust es, wenn ich daran denke. Im Ganzenist doch nur wenig und höchst Ungares da, was zusammengestellterst seinen Unwerth recht zu Tage stellen würde. Ich besitzezwar noch einige Dutzend Lieder, habe sie aber seit dreißigJahren unter so speziellen Irren und Leiden geschrieben, daßn. 23