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2 (1855) (1855)
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An seinen Bruder Iran).

München den 22. Nni Wb.

Geliebter Bruder!

Ich kann Dir nicht genug sagen, wie sehr mich die Nach-richt erfreut hat, daß Herr Reuß die liebe Fanny heirathenwird. Ich weiß von ihm nur alles Gute, was er nach seinerStellung vermochte.

Du mußt mir verzeihen, daß ich Deine gütige Anzeige sospät beantworte, Du mußt mir vergeben, denn entschuldigenmacht alle Schuld größer. Wie hast Du so oft, als Du unserAller Pflegevater warst, sagen müssen beim Suppenaustheilen:krener et kailes gassor.

Ich lebe zwar ganz getrennt und zurückgezogen, aber ichkann nicht sagen, daß mich irgend ein Ereigniß in unsererFamilie so erfreut hätte als diese Verbindung, denn sie ist ganzallen gründlichen Verhältnissen der Familie entsprechend. DeinKind erhält einen rechtschaffenen, fleißigen, gesitteten, bescheidenen,durch und durch wohlgesinnten Lebensgefährten, Ihr liebenEltern erhaltet einen tugendhaften, geprüften Sohn und einentreuen Bewahrer und Verwalter des Eurigen, die Familieerhält einen Freund, einen Kern, ein Herz, an das man sichwenden kann. Reuß wird bei dem Hause sein, wenn Alledraußen sind, bei ihm wird Jeder Trost und Hilfe finden; dennwie er ein treuer Diener war, wird er auch ein lieb- undhilfreicher Verwandter sein. Also Glück und Segen über Dichund Deine neu begründete Familie! Ja, lieber Franz, rechtsehr freut es mich, daß Du nun Dein Haus so gut bestellthast.

-Ringseis, der lebendige, trefflich gesinnte, geist- und

wissenschaftreiche Mann, der sich immer gleich bleibt, hat mir