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erzählt, wie liebevoll Ihr ihn ausgenommen und wie freund-schaftlich Ihr Alle ihn empfangen habt. —
Gern möchte ich Dir Allerlei schreiben, was Dich erfreuenkönnte, aber dergleichen gibt es nicht viel, und ich lebe auchso zurückgezogen auf meinem Schreibstuhle, daß ich nicht vielvernehme.
Graf Reisach, der Rector des Collegiums der Propagandain Rom, ist vom König zum zweiten Male zum Bischof vonEichstädt ernannt worden und hat es diesmal angenommen. Esist dieses von Bedeutung. Reisach ist ein sehr frommer, gelehrter,kräftiger Mann und ein geschätzter Freund des heiligen Vatersund aller seiner Freunde. Er wird mit Beobachtung allerPastoralklugheit seiner Sendung in den Weinberg nie Etwasvergeben. Man hat gewiß alles Mögliche dagegen gethan; denndie protestantische Partei ist nicht ohne Verdruß darüber, und erdürfte hie und da in Conflict kommen; da sein Bisthum Nürn-berg und Anspach berührt, da wird er Händel mit Ehen kriegen.
Die Jesuiten haben noch immer ein gesegnetes Andenkenhier im Lande, bei allen guten Leuten ist die Sehnsucht nachihnen lebendig. Der König hat auch keine so heftigen Bor-urtheile mehr gegen sie und hat mehreren adelichen Familienseinen Beifall bezeigt, daß sie ihre Kinder nach Freiburg gethan.
Der König hat gesagt: die Jesuiten mögen sein wie siewollen, sie sind doch keine Jacobiner.
Ein Buch, das Dich interessiren könnte, ist: „MeineWanderungen durch das Gebiet der protestantischen Literatur,Aschaffenburg bei Pergay." Es ist auch von Rom aus sehrempfohlen. Mit ungemeinem Fleiß und großer Einsicht ist dasGanze eine bewunderungswerthe Mosaik von lauter Protestanti-schen Bücherstellen, welche die Geschichte der Reformation, derVerzweiflung der Protestanten an ihrer eignen Sache bis in dieneueste Zeit sehr unterhaltend und belehrend, ohne die mindeste