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2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
339
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reden sie doch mit mir." Und da zeigte sie mir mehrereStellen in einem Buch und sie hatte Recht; sie hatte michverstanden. O, das rührte mich tief, sie war mir nun einneues Wesen, ich hatte sie recht lieb, aber ich wagte nicht, ganzmich dieser Empfindung hinzugeben, ich schaute mit einertragischen Scheu nach ihr! Dies kluge, besonnene Kind, hin-gegeben, begeistert für ein modernes Geschick und zugleich miteinem tiefen Sinn für das kindische Lächeln des bittern Ernstesin mir, was wird mit ihr, was durch sie geschehen? Sollich das arme, kleine Vermögen meiner Hoffnung diesem schönbewimpelten, aber schwachen Schiffe auf trügerischem Meere nachblendender ksts morAsns segelnd, vertrauen? Ich dachte, Gottmit dir, überall wird er dich finden nach seinem allerheiligstenWillen, und so hat er gethan, der Uncrforschliche! Es diene zuunserer Besserung! Dadurch, daß sie mir einen tiefen Sinn fürdas Innerste in meinem Wesen vorzeigte, war sie mir sehr lieb,aber auch tragisch erschienen; denn Alles, was ich-veran-

laßt habe, ist mir nie geworden; ich fürchtete, es möchteihr auch nicht werden.

Sie wollen, ich möge der lieben Seele einige Worte aufihr Grab schreiben, gar gern möchte ich das thun, lieber,armer Freund! Aber auf einem Grabe wird Alles verletzend undunwahr, was nicht entsetzlich ernst ist, und wer will dasdarauf lesen? Wir möchten immer den Tod gerne schminken,immer ihm ein süßes Wort in den Mund legen!

Weiter, wie soll ich genügen dem Gatten, den Eltern, denFreunden, den Fremden in einem Lande, das ich nicht kenne,ich, der ich eine ganz einsame Empfindungsweise habe, soll eineMünze Prägen, nach jedem Münzfuß eine feine Mark! Scheintes Ihnen nicht selbst schier unmöglich! In's Stammbuch Bet-tinchen's schrieb Jemand, dem sie flüchtig vorübergegangen, ganzahnungsvolle Worte, deutend auf das größere Wort: schnelles

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