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2 (1855) (1855)
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So fragen auch Alle, welche Betünchen gekannt; sie sprechen vonder rührenden Begeisterung dieses Kindes, das dort leben wollte,wohin es zu sterben ging! und doch fällt kein Vogel vom Dach,kein Haar vom Haupt, ohne den Willen des Herrn, der alleinaller Trost ist in allem Leid!

Sie thun mir da so viel Ehre an; es ziemte sich, dieseabzuschütteln; aber das müßte Sie ja wohl betrüben. Vielleichtist es Ihnen tröstlich, einen so ausgezeichneten, vortrefflichenOnkel zu haben in Gottes Namen, es sei Ihnen dieser tröst-liche Aberglaube geschenkt es ist ja diese gute Meinung vonmir ein Kranz, den Ihnen die gute Bettine zurückgelassen; wirwollen alles von ihrem Herzen, ihren Händen Zurückgelasseuelieb haben, und sind Flitterblumen in diesem Kranze, so hatdiese sinnvolle Seele sie gewiß ahnend hineingeflochten, daß diesesLob da werde niedergelegt werden, wo man Flitterkränze, Ver-gängliches, Verwelkliches niederlegt, am Grabe! Dies Wort isteine Wunde, die Alles heilt!

Ich habe Betünchen nicht viel gekannt, aber immer nursehr Ausgezeichnetes und doch Anständiges von ihr gesehen undvernommen. Ich mußte sie immer lieben und achten. Ich hieltsie für sehr klug und bescheiden und besonnen, ich fand nicht,daß irgend Phantastisches an ihr sei. Als sie durch Münchenreiste, lernte ich sie erst näher kennen. Ich fühlte mich inmeinem Innern gedemüthigt, arm, alles Werthes beraubt. Dawar mir es tief rührend, daß sie mir eröffnete, sie habe vonKind auf mich immer herzlich geliebt, immer Alles ausgesuchtund heilig gehalten, was sie von mir habe bekommen können;sie zeigte mir Mancherlei, was ich gar nicht mehr wußte, siesagte mir:Ich verstehe dich, ich kenne dich mehr als irgend einanderer Mensch, ich fühle die leisesten charakteristischen Bewegungendeines Herzens; in Allem, was du schreibst, wo du Unaussprech-liches fühlst und deine Worte mehr blicken, als sprechen, da