mit exstatischem, langem Gebet vor dem Allerheiligsten. Manmußte sie oft mit Gewalt erwecken und nach Haus nöthigen.Dann kam sie in die steten Exstasen nnd die Periode derAnfechtungen, durch welche alle solche, den ernsten, reinen Wegder Läuterung zur Vereinigung mit dem Herrn wandelndenSeelen hindurch müssen. Gott ließ es zu, daß der Feind ihrthue, wie dem Hiob, dem Einsiedler Antonius, der Magdalenaa Pazzis, Angela von Fuligno u. s. w. — Sie litt unsäglichdurch Erscheinungen, Mißhandlungen, und darunter Dinge, diedas Unglaubliche benähern und die ich nicht mittheile.
Als sie durch dieses Reinigungsfeuer gegangen, kam sie inihren exstatisch anbetenden und fürbittenden Zustand. Dann voranderthalb Jahren in die Stigmatisation. Da man noch nichtsvon ihr wußte, rührte sie der vernachlässigte Zustand ihrerGeschwister. Sie empfahl sie immer Gott, und da in einemadelichen weltlichen Damenstift eine Pfründe erledigt war, sagtesie, man solle für sie darum suppliciren, daß sie für dieGeschwister sorgen könne. Die darum gebetenen Freunde erwie-derten, es seien so viele empfohlene, angesehene Fräulein vorge-merkt, daß für ein so armes, unbekanntes Mädchen, als sie, garkeine Hoffnung sei. Sie aber bestand darauf und sagte, siewerde die Pfründe wohl bekommen. — So geschah es auch. Sieerhielt die Pfründe von vier hundert Gulden jährlich unerwartetschnell, zu allgemeinem Erstaunen, und da sie selbst nichtsbraucht, erhält sie davon ihre Geschwister in Schulen und Kloster-pensionen und sorgt für dieselben, wie die gewissenhafteste Muttervon ihrem Lager aus, ohne ein Wort zu sprechen, außer dasdurchaus Nothwendige mit dem Beichtvater.
Ich will Dir noch von einer anderen wunderbaren Erschei-nung sprechen, aus der Gegend von Jnsbruck. Ein gottes-fürchtiges Dienstmädchen, den Namen habe ich vergessen, kehrtezu ihrem Vater, einem armen Krämer, zurück, der durch häus-