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die Art ihres Erhebens ist ganz überraschend, ich sah es mehr-mals, es ist als erhöben sie unsichtbare Geister auf die Kniee;die Bewegung ist schnell wie ein langsam vorschlagendesFlintenschloß.
Dieses immerwährende, kniende, exstatische Betrachten undAnbeten ist höchst erschütternd und dennoch nicht schrecklich, dennsie ist, so der Priester ihr befiehlt, auf einige Minuten in ihrennatürlichen Zustand zu kommen, wie das lieblichste, unschuldigsteKind von sieben Jahren, das erwachend sich im Bett vonMenschen umgeben sieht. Sie versteckte sich bis an die Naseunter die Bettdecke, blickte halb scheu, halb muthwillig lächelnd,rings um sich her, theilte Bildchen aus, war heiter und lieb wiedie selige Emmerich. Sie erscheint dann ungemein lebhaft, undmöchte gerne sprechen, wenn sie könnte. Ihr Beichtvater, PaterCapistran, ein Franziskaner des Orts, ist ein sanfter, heiligerMann, von höchstem Frieden. Er fragt sie nichts, er schreibtauf was sie dann und wann sprechen kann. Wenige Personendieser Art dürften sich je eines so angemessenen Seelenführerserfreut haben. Wenn man sie zusammen sieht, weiß man nicht,wer von Beiden heiliger erscheint. Zum Glücke des gutenMannes ist vor Jahren in der Buchdruckerei des Semina-riums zu Brixen ein Werk der höheren, geistlichen Seelen-sührung herausgegeben worden: „Direktorium m^slicuin 8cura-melli," worin diese Zustände und die Führung in denselben fürBeichtväter hinreichend abgehandelt sind. Indem er nun seinegeistliche Tochter ganz und ausschließlich nach dieser Weise führt,ist er vor allen Einreden der geistlichen Obrigkeit gesichert.
Als etwa vor drei Jahren dieses wunderbare, ununter-brochene, exstatische Knien und Beten bekannt wurde, entstandeine große Bewegung im Lande, wohl an zwanzigtausendMenschen zogen nach und nach in Prozessionen nach Kaldern,man konnte es ohne Aufstand nicht verhindern; sie zogen betend