Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
325
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Geburtsfest in Botzen. Am 9ten drei Stunden weiter, nachMeran, wo Görres und die Phillips und ihr Mann waren.Nach Tisch eine Stunde weiter nach Tfcherms bei Lann, zuder neunzehnjährigen armen Bauerntochter Crescentia Niklutsch,seit den letzten Pfingsten vollkommen stigmatisirt. Sie lebt ohneSpeise und befindet sich meist in exstatischem Zustand auf denKnieen. Ich trat Abends in ihre Kammer bei dem Schullehrer,mit dem Pfarrer. Sie lag auf ihrem geordneten Bett, inreinlich weißem Kleide auf dem Rücken, die schwarzen Haareohne Kopfbedeckung niederhängend, in den gefalteten Händenhielt sie ein Krenzchen vor der Brust. Ich glaubte im Anfang,es liege eine Wachspnppe da.

Der Pfarrer, der eine Stunde weit weg wohnt, undzufällig Abends gekommen war, und der Curat des Orts kamenmit mir. Der Pfarrer sagte ihr, sie solle sprechen; sie kannes nicht ohne geistlichen Befehl. Sie sagte augenblicklich demCurat ins Ohr:DaS ist der Mann, der bei der Emmerichwar." Niemand konnte hier etwas von mir wissen, ich warerst eine halbe Stunde im Dorf.

Am folgenden Morgen halb sechs Uhr waren wir Alle umihr Bett versammelt. Sie kniete in exstatischer Erstarrung imBett und horte die Messe an, welche der Curat am anderenEnde des Dorfes las. Am Ende empfing sie mit dem Aus-drucke der inbrünstigsten, beinahe jauchzenden Liebe, das heiligeSakrament im Geist, und legte sich oder sank vielmehr, aberhöchst einfach bewegt, auf die Kissen zurück und war wieder einschönes, crnstfreundliches Wachsbildchen. Sie ist noch in denersten Stadien dieser Zustände, welche dann und wann vonConvulsioncn und teuflischen Anfechtungen begleitet sind. DerSatan hat ihr alle Reiche der Welt gezeigt; er hat ihr dieGabe der Wunder, den Ruhm der größten Heiligkeit, Wohlstandfür ihren an den Bettelstab gekommenen Vater, einen bankerotten