Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
320
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auch dreißig Kreuzer dafür von mir zu bedingen, welche ichin mein Schuldbuch zu schreiben bitte. Fahren Sie fort, sichdurch Briesstellerei Almosen für Ihre Armen zu erwerben.

Es ist mir sehr rührend, daß Fr. " ^ " Sie wirklich rechtherzlich zu lieben scheint, sie spricht immer mit großem Wohl-wollen von Ihnen, und das ist Etwas Werth, denn sie ist wahrund ohne alles Falsch. Ich kann gar nicht sagen, welche Freudees mir macht, daß Sie so gut zusammen sind und daß ichVeranlassung dazu gegeben. Segne es Gott!

Die liebe Frau Schlotthauer, welche Ihnen die letzte Ehreerwiesen, hat mir mit Freuden Ihren Abschiedsgruß gebracht.Ich habe unlängst die Gr. B., die Fr. R- und B. bei Fr.Abends gesehen. Die Großmutter der Kleinkinderschulen hatmir recht gut gefallen, sie hat etwas durchaus Unbefangenes,Kindliches, Gutmüthiges, und oft ein angenehmes Feuer derBegeisterung in den Augen. Ich habe sie auf keine Weiseweitläufig und geschwätzig gefunden, und eben so wenig fürmeine Ansicht über die Kleinkinderschulen verschlossen, welcheleider ein Zwischenspiel der Shakspeare'schen Comödie:BielLärmen um Nichts" sind, und sich zu den wahren Anstren-gungen nnd Instituten christlicher Barmherzigkeit, wie die unzäh-lichen Surrogate zum echten Kaffe während der Continental-sperre verhalten, welche fortwährend im Reichsanzeiger ausposauntwurden. Da gab es Gersten-, Wicken-, Erdmandel-, Gelbe-rüben-, Kartoffeln-, Deutschen-, Gesundheits-, Eichel-, Runkel-rüben- und Cichorien-Kaffe, und zuletzt gar Hanfer, von welchemAllen sich nichts erhalten hat, als Mischerei und Manscherei beimFrühstück in eleganten betrügerischen Wirthshäusern. Es gibtZeiten, in welchen die Noth heiliger Barmherzigkeit bis in dieTheegesellschaften schreit, da werden denn eilig Hauben, Hüte,riiticuls « la Llisörieoi-clo erfunden und angeschafft, welche eineandere Mode wieder verdrängt, ehe sie abgetragen sind. Immer