oder redest, wie diele Andere. Aus Deinem Munde soll nichtsgehen, was das Heilige verletzen kann; das Heilige, das keinMensch verstehen kann, das Heilige, das unbegreiflich ist wiedie Natur, das Heilige, in dem wir leben und das wir habenin seiner Ganzheit im Glauben, nicht im geschriebenen, sondernim lebendigen. Wo wäre die Religion Jesu ohne seine Kirche?Nicht aus der Schrift ganz allein haben sich hie und da einigefromme Protestanten erhalten, sondern aus dem, was ihnen nochübrig geblieben aus der zerbrochenen Kirche. Nicht die katho-lischen Priester sind die Krämer im Tempel, sondern die luthe-rischen und reformirten Theologen und Schriftgelehrten, mit derGoldwage und Münze ihrer Vernunft. Wie kommt es, daßkeiner der gelehrtesten katholischen Bibelkenner die Gottheit Christiaus ihr geleugnet; wir haben keine Lehrer des Atheismus inunserer Theologie; aber auf keiner protestantischen hohen Schulefehlt einer, der den Menschen ihr Heil nicht mit wissenschaftlicherStrenge aus der Schrift weggeleugnet.
„Du sagst: „Ja, der hat den heiligen Geist nicht!" —
So ist dann der heilige Geist auch eine unmittelbare Über-lieferung, den man nicht durch Bibelstudien, sondern von Gottbekommt, und solcher göttlichen Gaben hat die Kirche unendlichviele, ja sie hat sie alle, die er gegeben und geben wird. Dennsie ist die vollendete unzerbrochene Gestalt seiner Mittheilung,die nicht in der Schrift allein steht, welche nur einen Theilderselben enthält, aber unantastbar ist den Katholiken, denProtestanten aber nicht, welche alle daran gckrittelt haben, undsie jedem ungaren, persönlich kranken Gehirn Preisgeben, um eineMaste von Ungläubigen, Verdrehern, Eigengläubigen, Sectirernund allerlei Gespenstern, aber nicht einen allgemeinen, lobsingen-den Kreis der demüthigen gehorsamen Kinder des Herrn imTempel zusammen zu bringen. Ach, liebe Freundin, wie darfich Das sagen, ich elender Mensch, der die Gnade Gottes in