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Allem suchen, um sich zu spiegeln, und so werden es gewiß auchalle frommen Regensburger thun in ihrer Domkirche, wo ihnenkein glänzendes Prunkwort, sondern die einfältige dauerhafteLehre der schmucklosen heiligen Wahrheit zu Herzen gesprochenwird. Es wäre eine viel feinere, tiefer greifende Kritik gewesen,wenn sie gesagt hätten: Gott sei Dank! das Tüchtige undWürdige zieht in die Zier der Kirche wieder ein, die herrlichenfeurigen Glasbilder brechen das Licht wieder in die Farben-bogen des heiligen Geistes, und die falsche, geschmacklose Schein-zier ist im Abziehen; denn man bereitet sie bereits nicht mehraus schwerem dauerhaftem Stoff, sondern aus vergänglichenKattunlumpen.
Hierin wären wir ganz eins gewesen, denn überall, wo dasTüchtige und Würdige wieder über die Schwelle der Kirche tritt,wird das Schwache, Unwürdige, Lumpichte ohnmächtig undvergänglich, verwelket in dem Chor und wird nicht lange mehrbestehen, wenn es auch das llus suchend hinflöhe den Altarzu umfassen.
Es kommt noch eine Stichelei in Ihrem Post-Scriptum. Sieschreiben: „ä. gropo8, ist die Schatzkammer des Doms noch sofeucht und finster? sind die einzelnen schönen Alterthümer undGefäße noch so rostig und trübe? und ist eines der schönstenStücke, eine kleine uralte Tunica von schwerem Stoff, mit denrührendsten, frommen Bildstickereien verziert, und rings mitMetallglöckchen behängt, ist dieses so äußerst interessante geistlicheKunstwerk irgend einer vielleicht heiligen und zugleich königlichenFrauenhand noch an der Thüre des Schrankes der Heiligthümer,unwürdig und roh mit zwei gemeinen Nägeln, wie ein Habichtan ein Scheuerthor, angenagelt? Ich kann nicht anders sagen,als daß diese Annagelung eines der sinnigsten, den Charaktereiner heiligen, unschuldigen, keuschen, demüthigeu Zeit am reinstenaussprechenden Kunstwerke mich tief verletzt hat."