Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
297
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ihn zu irgend einer Arbeit dingen möge.

Du sagst mir, daß eine Deiner Freundinnen, deren Wesenund Zustand mir wohlbekannt, wenigstens verwandt sein könne,durch den Tod einer ihr nahe stehenden Person sehr erschüttertund bewegt erscheine, und mit ihren Schmerzen und allenReflexen, welche der Tod auf das Leben wirft, sich zu Dirgeflüchtet habe.

Ach, liebe Freundin, ich erinnere mich aus meiner Jugend,da gab es viele vertriebene und flüchtige Menschen, da kam dieReihe oft an ein gastfreies, gegründetes Haus, ja auch oft anzeitlich arme, aber ewig reiche Herzen, vom Strahl des Geschicksberührte Menschen aufzunehmen, zu trösten, zu erquicken, zuheilen, zurecht zu weisen; da habe ich oft erlebt, daß dieHelfenden nicht ausreichten, und um ein Bett, ein Kopfkissen,eine Decke, ja wohl um ein Brod, beim Nachbar nachsuchten.

Mein Gott, wenn die Blüthe vorüber ist, ist auch dieHoffnung vorüber und man erscheint so arm, als man ist.

O, lieb Kind! wie schön ist man zugedeckt, wie arm undhäßlich ist man inwendig.

An rinen Geistlichen.

München.

Hochwürdiger Herr!

Ich danke für die Mittheilnng der Nativite, die mit ersterGelegenheit retour gehet, da ich sie bereits besitze und größten-theils kenne. Sehr freut es mich, daß Sie dieses Buch gelesenund daß es Ihnen merkwürdig erscheint. Allerdings sind viele