Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
295
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2S3

Ich nenne also diesen Namen nicht gern, möge ihn Gotteinst in das Buch des Lebens schreiben! - Dahin bringen eswenige, welchen der heilige Geist in Form des Fettes der Erde,die Erleuchtung in Form des zeitlichen Wissens, die Seligkeitin befriedigten Gelüsten gegeben wird, das sind aber dieMeisten. Und das ist die Trauer auf der ganzen Erde: derewige, sich selbst fressende Hunger, der sich selbst berauschendeDurst, und die arme, jammervolle, zerlumpte Poesie, halb nackt,halb geschminkt, halb schamroth, halb unschuldig, tritt zumMahle wie eine Bänkelsängerin der Gensd'armerie entlaufen,bringt Toaste aus und kränzt die Becher mit Strohblumen,deren größter Theil ihr selbst als Heckerling gestreut sind.Welch ein Thema in dem Briefe einer hochgeliebtenFreundin an ihre mir unbekannte Verehrerin

Sie wissen, warum ich Ihnen wohl will, und so könnenmeine Zeilen Sie nicht verletzen. Ich danke Ihnen für IhrenGruß in Ihrem letzten Briefe an denn in solchem Grußegrüßt sie mich auch. Sie wohnen im schönsten Theile ihresHerzens, bei Ihnen wohnt Niemand dort, da beugen sich dieZweige auseinander und Ihr Gruß dringt wie ein Sonnen-blick, wie eine Blume, wie ein Duft zu mir, und die Blätterdecken wieder Alles zu. Ich aber denke, das kam von ihrdurch ihre liebste Liebe, das kam aus dem besten Theile ihresHerzens; denn in dieser Freundin ist sie ganz gut und einsamund unverletzt und so schaue ich dann stille harrend nachder Stelle hin, wo der Gruß her kam.

Auf der Höhe des zeitlichen Lebens glücklich genug, keinGlück gefunden zu haben, als den Glauben an die Gcnugthuung