Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
282
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Alle diese Bücher sind durch Vielwisserei und Prätensionmehr oder weniger abgeschmackt heutzutage und arbeiten derLiebe Gottes und Religion entgegen. Für Frankfurter Kinder,wo das Erziehungs- und Hofmeister-Wesen erstaunlich über-trieben, und der Schulzustand sehr geschraubt und in aller wirk-lichen Tiefe ganz seicht, nur auf den Schein lossegelt, ist einsolches Buch sehr schwer zu finden.

Nach meiner Ansicht ist das einzige Mittel zur Abhilfe,eines verfassen zu lassen. Dieses aber ist, wenn man einensinnvollen, wissenschaftlichen Mann weiß, eine leichte Arbeit, weilnichts dazu gehört, als behutsame, geschmackvolle Auswahl. Einsolches Buch drucken zu lassen, ist sogar eine gute Speculation.Will man die Druckkosten selbst tragen, so kann ich sie sehrwohlfeil besorgen u. s. w.

Es würde eine große Wohlthat sein für die armen Kinderin ganz Deutschland. Ich meine aber, man solle sogleich dazuthun und mit keiner Schulbehörde oder Lehrpersonal darüberRücksprache nehmen; denn diese sind Alle niehr oder wenigeraufgeblasen, ohne innen: Beruf, mit zeitgeistiger Angewohnheit,Appretur, Dressur und allerlei Abgeschmacktheiten aufgeschminktund aufgesteift, und verderben oder erschweren die Arbeit, die,wenn sie gut gewählt und zugestutzt, ihnen hingereicht wird,allem Widerspruch begegnen kann und muß. (Nun folgen sehrdetaillirte, ganz zweckmäßige Vorschläge zur Redaction einessolchen Lesebuchs, zu welcher er wünscht, daß sein Bruder HerrnRath Fr. Schlosser und Herrn Professor Steingaß bestimmenmöge.) Gott erhalte Dich und gebe Dir alle Gnade, derenwir bedürfen in dieser wirren Zeit. Die Polenfreunde habenBesuch erwartet, aber sie kommen pasi kesium. Es ist einGreuel, wird aber noch ärger werden, bis die Augen aufgehcn.

Dein

Clemens.