An Denselben.
Lrgruslmrg Leu 16. Mi 1855.
Lieber Franz!
Ich hoffe, daß Du mit den Deinigen diesen so wunder-schönen Frühling in Freude und Gesundheit genießest. Rödel-heim muß jetzt herrlich blühen.
München macht einen guten Gewinn an dem ProfessorPhillips von Berlin, der dort, weil Convertit, übel ange-sehen war.
Ich ziehe mit Vater und Sohn Diepenbrock in dessenCanonicathaus an der Donau, und wir fangen eigne Haus-haltung an.
Wir erwarten unseren geliebtcflen Freund, Sailer's ältestenSchüler, fromm, geistreich, thätig, praktisch, sinnvoll, unserenneuen Bischof Schwäbl, auf Pfingsten hier eintreffen zu sehen.
Gott sei mit uns!
An eine Freundin.
Nkgenslmrg, Juli 1855.
Habe Dank für Deine Güte, Du hast mir zweimalgeschrieben. Ich nehme Alles von Dir wie ein Werk derBarmherzigkeit. So ist dann Thereschen von der häßlichenWelt fort, zu Gott, und von aller Sünde bewahrt. Sie kannnicht anders als glücklicher sein, denn sie hat über ihre Kräftedas Heil Anderer gesucht und von Herzen das eigne.
Wir verlieren viel an ihr. Sie war mir eines derliebenswürdigsten Wesen, die mir je begegnet. Wo war großer