Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
278
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Ich kann an Anton nie ohne Thränen gedenken; da erlebte, selbst wenn ich ihn sah, mußte ich auch so thun, dennJesus hat ihn viermal selig gesprochen.

Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist dasHimmelreich.

Selig sind die Sanftmüthigen, denn sie werden das

Erdreich besitzen.

Selig sind die eines reinen Herzens sind, denn siewerden Gott schauen.

Selig sind die Friedsamen, denn sie werden KinderGottes genannt werden."

Lieber, lieber Franz! unser Herr und Heiland gebe uns

die Gnade, daß wir ihn Wiedersehen, dann ist uns geholfen.

Der treue, fromme, demiithige, geduldige Bruder hat mehr füruns gethan, als alle Menschen; er hat uns ein unwandelbaresBeispiel gegeben durch viele Jahre, wie man mitten im

Ärgerniß, das die Welt gibt, kein Ärgerniß zu geben braucht,wie es nicht Noth thut der Welt zu folgen, um selig zusterben. Wir haben es an ihm geseheu; ob es mit oder ohneseinen Willen geschehen, das ist all eins; denn sein Wille warnie dagegen und die Gnade Gottes thut Alles an uns, und sohat sie ihn bis zu seinem Ende die drei evangelischen Räthe,Armuth, Keuschheit und Gehorsam, treulich üben lassen. Ruheseine Seele in Frieden, den die Welt nicht geben kann. DieGnade unseres Herrn Jesu Christi sei mit uns Allen!

Wir sind jetzt hier in Regensburg auch in großer Betrübniß.Der heilige, wunderbare Bischof Wittmann droht die Erde zuverlassen. Am letzten Freitag hörte ich noch seine erste Fasten-predigt, mit lauter, starker Stimme; am Samstag war er schonsehr krank und wir zittern täglich vor seinem Ende; dannhat Deutschland keinen heiligen Priester mehr. Er istwunderbar und unbegreiflich auch in seiner Todeskrankheit.