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Herzog von Modena. Die Franzosen haben das Büchlein sehrin Italien verfolgt.
Wegen dem Scandal einer Pragerin in Frankfurt, kannich Dir nur sagen, daß Frau von Schlegel, die zu allem Gutenbereit ist, einen sehr würdigen Geistlichen in Prag kennt, und soDu sie besuchst und darum bittest, wird sic gewiß mit größter Ver-schwiegenheit dahin schreiben. Wir kennen hier Niemand von dort.
Bettinen's Ansichten in religiöser Hinsicht thun mir oftsehr weh in der Seele, weil sie so ungemein viel Guteshat und so übermäßige Talente. Gott gebe ihr mehr oderweniger Geist, jetzt hat sie gerade so viel, um zu schwelgen,und das macht blind. Ihre Kunstbeschäftigung ist ihr eingroßes Verderben; es zerstreut und nimmt in Besitz. Ich habeganz gemächlich in Schwalbach mit ihr gesprochen, sie hat mirauch aufrichtige Liebe bewiesen, aber es ist noch gar kein reli-giöses Bedürfniß in ihr, und ihr Umgang in Berlin ist nichtswerth und huldigt ihr. Ich fühle mich oft gedrungen für siezu beten. Möge sie Gott zur Erkenntniß der Wahrheit führen,sie scheint es so sehr zu verdienen.
Herzlich danke ich Gott, daß Du und auch der gute Antonwieder besser seid, Herr Reuß hat es mir gemeldet. Ich schließeeuch Alle täglich in mein Gebet ein.
Jenes Breve des Papstes über gemischte Ehen steht imKatholiken abgedruckt; so es Dir nützlich erscheint, lasse es vonSchlosser übersetzen und durch Pfeilschifter in Aschaffenburg einpaar hundert Exemplare für mich abdrucken, das ist mit einpaar Louisd'or gethan.
Gott erhalte Dich, liebster Bruder, für die Deinigen undalle arme, gute Menschen, denen Du so gern hilsst. Ach, guteMenschen sind wie Brunnen- und Brvdhäuser in unsererHungersnoth.
Dein
Clemens.