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Erschrecken eine weiße Gestalt, sich an dem Bilde anlehnend,gesehen. Als der Geistliche sich etwas gesammelt und sich über-zeugt, daß dieses kein Mensch sei, habe er sich nahen und dieErscheinung fragen wollen; der Küster aber habe aus großerAngst ihn bewogen, mit ihm die Flucht zu ergreifen. Daseien sie Beide von dem Wege ab über die Felder entflohen, siehätten aber alsdann ein unbeschreiblich klägliches, herzzerreißendesWinseln und Wehklagen gehört, das der Geistliche nie wiedervergessen könne, und er sei in steter Betrübniß, nicht die armeErscheinung gefragt zu haben.
Diese Geschichte fällt mir hier ein, weil ein Lebender, derum Gebet bittet, auch eine Seele ist, die an einem Bildstockesteht, — er kann wenigstens eine solche werden — und dastraurige Wehklagen jener Seele soll uns erinnern vor keinerGebetsbitte zu fliehen, wie der Priester vor der armen Seele,die vielleicht nach ihrem Tode nicht so sehnsüchtig an dem Bildehätte harren dürfen, wenn ihr im Leben die Gnade der rechtenBuße erfleht worden. Darum, meine liebe Freundin, nimmmeine Bitte einfältig und wörtlich, und nimm künftig alle gutenBitten so, und bitte selbst immer so auch mit dem Gefühle derArmuth. Gib und nimm auch jeden Wunsch so vom einfachen:„Guten Tag! guten Appetit!" bis zum allumfassenden: „Gelobtsei Jesus Christus!" O, daß w ir die Sprache allein im Dienstedes Herrn^erlernten und gebrauchten! Wir thäten dann, was wirsprechen; unsere Worte würden leben und unser Gebet würdeErhörung.
Wenn wir bedenken, was wir im Evangelium Johannisvom Worte lesen und nähmen es einfältiglich, wie heilig müßteuns das Wort werden, da wir nach dem Ebenbild Gotteserschaffen sind? Wir würden dann besser verstehen, wie dasFleisch gewordene Wort Gottes, unser barmherzigster Heiland,von jedem vergeblichen Worte Rechenschaft an jenem Tage