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aufgebracht hat, verdiente darum eine schwere Strafe, wenn Dudas so obenhin nähmst, und als wollte ich eine Demuth affectiren.Nein, nimm das Wort so, wie es da steht, denn ich wollte Dichdamit bitten, für mich armen Menschen zu beten, so sehr DirGott die Gnade des Mitleids gibt. Es gibt vergebliche Wortevon einer viel strafwürdigeren Art, als das gewöhnliche, leereGeschwätz und Geprahl: es ist jene Art kahler Antworten, womitman sich auf eine höfliche Weise die Hilfesuchenden, die Ermah-nenden, die Wahrheitsprechenden, die Trost-Suchenden undBringenden vom Halse schafft, um in seiner Commodität undVerdrehtheit bequem sitzen zu bleiben. Dahin gehören jeneReden, wenn ein aufrichtiger Mensch sagt: „Beten sie für michrecht herzlich, daß Gott mich erleuchte, rühre, stärke, zm sich ziehe,mir eine lebendige Reue, ein treueres Wachen und ein redlichesErstatten meiner sündlichen Beschädigungen gebe" — und manantwortet ihm, als sei das Demuth von ihm, als habe mansein Gebet viel nöthiger.
Es ist eine der schönsten Eigenschaften eines frommenHerzens, so glaubend und einfältig zu hören, als zu sprechen.So Einer um Gebet bittet, und bäte er aus Manier undSchein darum, so wird die Einfalt das nicht bemerken undherzlich für ihn beten, Gott aber kann kein Gebet, das auseinfältigem Herzen kommt, verloren gehen lassen, und sollte erauch dem, der das Gebet so obenhin begehrt, des einfältigen,treuen Fllrbitters halber, die Gnade dafür verleihen, seineNoth gründlicher einzusehen.
Neulich erzählte mir ein Pastor, es sei ein ihm bekannterPriester mit dem Küster über Feld gegangen, einen Kranken zuversehen, und auf dem Rückweg seien sie an einem Stationsbildvorübergegangen, von dem lange die Rede gewesen, daß einGeist dort gesehen werde. Als sie in einiger Entfernungvon dem Bilde gewesen, hätten sie Plötzlich zu ihrem großen