Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
220
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der innigsten Liebe, der heitersten Hoffnung und des stärkstenGlaubens ist mir nie ans Erden so erschienen. Er lebt in stetemGebete, sieht viel Betrübtes in der Zeit, hilft und trägt undmurret nie; er liebt wirklich selbst die Feinde, und bleibt immerin gleicher Seligkeit, weil er weiß, wie ihn sein Heiland liebt.

Melchior, immer schwer leidend, führt viele wichtige Geschäftemit ungemeinem Talent und großer geistlicher Gewandtheit. Erist ein sehr wahrer, offner und geistreicher Priester, und inmanchen Dingen ein wirkliches Genie. Er hat eine bedeutendeMenge der herrlichsten geistlichen Lieder aus dem Spanischenübersetzt, und dazu ein vortreffliches, geistliches, allegorischesFestspiel von Calderon; von Sailer aufgefordert, weil einBedürfnis; nach Solchem ist, werden sie gedruckt.

In Nürnberg, auf die Post wartend, war ich drei Tage,und spazierte mit einem frommen Kupferstecher, der eine kirchlicheRichtung hat, alle Tage auf einen anderen Kirchhof, und trankBier dort. Seit meinen ersten kirchhvflichen Promenaden, dieDu einleitetest, war dies wieder das erste Mal. Ich dachteauch da an jene Zeit. In dieser Zeit warst Du grade inBamberg, also iu der Nähe.

Clemens.

An seinen Bruder Christian.

KMeiij, Mär; 1829-

Lieber Christian!

Die Schule kommt zu Stand, das heißt, der Magistrathat vierhundert Thaler für zwei Lehrer ausgeworfen, undRegierungsrath Lange hat nichts gegen diese. Was einenZeichenlehrer angeht, so denkt man noch an keinen, da ja auch