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2 (1855) (1855)
Entstehung
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ihre Verwandten in der Kirche, blöd und geschämig eilend her-plapperten; dann wurde abmarschirt und das Chorthürchenverschloß sie für immer.

Die anderen Nonnen machten eine ganz allerabscheulichsteMusik und Gesang, wie ich nie gehört, während dem Gottes-dienste. Sonst war Alles gar erbaulich und ernst.

Ich setzte mich mit Widmer in die Kutsche und fuhr anden Bodensee, dann hinüber nach Lindau und nach München, woich mich zwei Tage in der Kunst langweilte, aber gute Menschenfand. Die zwei frommen Brüder, Bildhauer Eberhard, Leutewie ein Paar fromme, alte Holzhackcr, welche ganz einfältigleben und die wunderschönsten kleinen Altärchen mit Mutter-gvttes- und Heiligenbildern, im Geschmacke von Fiesole undPerugino, von Marmor und Alabaster machen. Cornelius hatmir viel alte Freundschaft erneuert; mit dem berühmten Schnorrwar ich auch mehrere Mal, einem sehr starren, frommen Pro-testanten, der in Rom der neupreußischen Liturgiekapelle Vorstand,und ihr eigentlicher Halt.war.

Ich reiste nun mit Widmer zu Bischof Sailer nach Barbingbei Regensburg, was unser Ziel war. Hier blieben wir dreiWochen wie im Vorhimmel, bei dem frömmsten, friede- undliebevollsten, kindlichsten Priestergreise, Freude nehmend undgebend waren wir fröhlich und beschämt über eigne Ohnmacht.Wenn ich alle Erfahrungen der ganzen Reise, die doch meistgeistliche waren, an diesen Eindruck halte, so war es, als sei ichhundert Meilen durch Papiercoulissen und Wachsfiguren undAutomate durchgereist und auf einmal zu einem liebevollsten,friedlichsten Heiligen gekommen. Ach, der wunderbare Mann,in seinem hohen Alter, mit beiden Füßen im Grabe stehend, istso freudig und fröhlich mit seinem Heiland, wie ein Kind, dasschlafen gehend sich immer wieder im Bett aufrichtet und mitder Mutter scherzt. Die beseligende Seite des reinen Gewissens,