Einsiedlers, des seligen Bruders Wagner, jetzt ein Wallfahrts-kirchlein der Berghirten, setzte mich dann wieder an den See,hierauf auf einen einspännigen Bankwagen, und rollte mit einemangenehmen geistlichen Freund über Bern nach Freiburg, gingmehrere Tage im Jesuitenpensionat aus und ein, sah nichts alsOrdnung, leere Bettstellen, kluge Schlüssellöcher, Heiterkeit, Eiferund Betagtheit. Lernte auch in meinem Wirthshause den Sohn, -einen der besten und zugleich demüthigsten Schüler der Anstalt,kennen. Die Demuth dieses angenehmsten Jünglings war dasEinzige, was ich dort gesehen, und hätte ich nicht in demWirthshause gewohnt, so hätte ich eigentlich nichts gesehen, alswas sich von selbst versteht.
Eines nur könnte nichts schaden und Manches nützen, woman der Zeit begegnen will, nämlich jener Geschmack, welcherdie Blüthe einer liefern Erkenntniß ist, wie der innere Werthder Dinge in äußeren Formen erscheint. Alles, was mir inBezug auf Form dort begegnete, Architektur, Kirchenzierde,Bildwerk und Gemälde, selbst das neu angefertigte, ist in demStil, der bei der Ordensaufhebung herrschte, wo möglich nochwässerigter und moderner. Es ist dieses aber ein Beweis, daßdas Institut noch nicht gewurzelt hat und noch seine Zeit keines-wegs versteht. Es ist dieses ein Mangel des Verständnisses,der in der sichtbaren Kirche in vielen Epochen viel hat zu Grundgehen lassen und noch heutzutage damit fortfährt.
Der kleine Kerssenbrock blüht wie eine Rose. Ich gingfünf Stunden weiter in ein Recreationshaus, Marfans imGruyöre Thal, wo Joseph Stolberg mit etwa achtzehn anderenNovizen in Vacanz war unter einem Pater Minister van Lille,den ich über Alles lieb gewann. Die jungen Männer ausallen Nationen waren durchaus heiter, eifrig und unbefangen;ich wohnte und aß drei Tage mit ihnen, und befand mich sehrwohl auf Strohmatratze und bei schmaler Kost. Ich las ihnen viel