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2 (1855) (1855)
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Reclamation, wenn man ihn anstelle, und auf Begehren vonBayern, mau solle ihn aus dem Unterthanen-Verband entlassen,erwiederten sie: man halte ihn längst für keinen Unterthanenmehr, seiner Anstellung stehe Nichts entgegen, sein Prozeß bleibeohne alle Folgen für ihm Welche Consequenz? Seine letztekleine Abhandlung, die gründlichste Würdigung, Entwickelungund Abführung des Swedenborgianismus ist ungemein vor-trefflich und katholisch. Gott gebe ihm die Gnade mit seinerRiesenarbeit, der Sagengeschichte aller Völker, welche eine Säuleder Kirche werden kann, weil nichts Hypothese, Alles belegt ist,und Alles auf die katholische Wahrheit hinweist, zu Stande zukommen.

Sailer reiste mit mir und Melchior und Therese hierherzu Herrn Diez, blieb zwei Tage bei uns, dann nach Weselund Bochhold, wo er acht Tage war. Der gute Pastor vonHaltern war immer da, und sie wurden Herzensfreunde. Sailerwar gesund und kindlicher, liebender als je. Wir fuhren nachKöln, wo er den Erzbischof besuchte und Frau Hirn tröstete, dieverarmt und verkindet, aber voll Geduld ist.

In Bonn wohnte Sailer bei Medicinalrath Walther,besuchte Windischmann und Niebuhr, am folgenden Tag ging'swieder nach Koblenz. Er hielt unseren trefflichen HospitalnonnenSoeurs <te 8sint Lksrlos eine herrliche Rede, überall verbreiteteer Segen und Trost und Versöhnung, und Alles, was der Augen-blick begehrte, wie ein heiliges Kind. Melchior ist seine schrei-bende Hand, eine äußere Verstärkung des baufälligen Hauses.Er könnte nicht ohne ihn sein, nicht das Hundertste so viel thun;aber auch von Melchior muß er leiden, da dieser von Hypo-chondrie oft gar gequält wird, und für die Iionnours des Hausesnichts thut. Sonst ist Sailer nach wie vor arm. Er ging

') Einer Nichte des Bischofs Sailer.