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2 (1855) (1855)
Entstehung
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186
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Was Du von der Jesuiten Wirken erzählst, wird ihnfreuen; denn er ist in Deutschland vielleicht der einzige Mannund Priester von Gewicht und von größerem Einflüsse, derüberall den Jesuiten von ganzem Herzen das Wort redet. Ichhabe das nicht nur in Frankfurt in Gesellschaft, wo mehrereDiplomaten waren, gehört, sondern auf der ganzen Reise nachBochhold und zurück; aller Orten erzählte er schier Nichts, alslauter Anekdoten von trefflichen Jesuiten und ihren herrlichenSchulen. Er sagte auch, es werde den bayerischen Schulen nurdurch die Herstellung von Klöstern zu helfen sein, vielleichtkomme es noch dazu, man müsse erst den Geist des nächstenLandtags abwarten. Die Jesuiten haben eine kleine, abergeistreiche, jedoch mehr doctrinäre, 'als praktisch fromme Parteiin München.

Sailer gilt und wirkt viel im Land; aber er tritt nirgendshervor, thut nie Etwas zur Unrechten Zeit, weil solches diezarten lebendigen Bezüge zum Guten nothwendig zerreißen

Sailer kam nach Frankfurt, blieb einige Tage bei Franzund sprach seine Liebe zu Görres öffentlich aus, besondersdadurch, daß er das Kind von Steingaß, Görres Schwieger-sohn, welches Görres über die Taufe hielt, taufte und eineschöne Rede hielt.

Görres ist nun als Professor der Universalgeschichte nachMünchen abgereist, er hat es nicht gesucht, es erscheint alsFügung. Sailer hofft, er werde sehr viel wirken. Seine Feindehaben sich darüber geärgert. Die Preußen, die einige Wochenvorher noch erklärt, er solle sich vor Gericht stellen, haben,während er acht Monate öffentlich in Frankfurt lebte, keineSylbe gegen ihn fallen lassen; in München drohten sie mit