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An einen Migeni Freund.
LMeiy de» j!2. Septrmder jl826. -
Kaum in Koblenz angekommen mußte ich etwa zehn TageHerrn Diez zur Gesellschaft in Ems zubringen, dessen Umge-bungen ungemein lieblich und zur Betrachtung geeignet sind.
Wie viel verdanken die Kranken und die armen EseltreiberIhrer genialen Freundin Bettine von Arnim, welche vor etwaacht Jahren das Eselreiten für Badegäste zuerst in Schlangenbaderfand, woher es nach der Aussage der Treiber nach Emsgekommen. Siebzig Esel, unter einem Schoppen stehend, undnach der Reihe abstimmend, heißen das Parlament; es hatdiesen Sommer hindurch den armen Leuten viertausend Guldeneingebracht.
Ich bin mit Die; über Nassau nach dem Kloster Arnsteingeritten, eine ganz wunderherrliche, majestätische Einsamkeit, diemir einen eignen Eindruck machte, weil ich nie hier war, undeinmal die Gegend im fahrenden Schüler gebrauchte. Merk-würdig ist, daß wir bei der Tochter des Försters, einer hübschenPerson, aßen, welche einen unehelichen Knaben gebar, da ihrBräutigam vor der Trauung erschossen wurde, und daß imfahrenden Schüler die Lauenburger Els auch eine Jägerstochtermit einem solchen Kind ist.
Herr Näß kam nach Ems, ritt auch ein Bischen auf demEsel, und wir kehrten mit ihm nach Koblenz zurück, da er unsnach einigen Tagen verließ. Er gedenkt Ihrer und des Herrnund der Frau Thomas mit großer Liebe.
Hier mußte ich Briefe schreiben, was mir immer Mühe
') Gesammelte Werke. Vierter Band.