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Vor Allem gefiel mir der gute August van der Meulen inseinem demüthigen, frommen, sinnvollen, armen Wandel in
Der junge Priester erwiedcrte: er sei nicht ganz wohl und nicht gesam-melt genug, um dies mit Erfolg thun zu können; da reichte ihm der Haus-freund die Parabeln des Vaters Bonaventura und sagte ihm: „Lies nurirgend eines der Gleichnisse dieses lieben kleinen Buches und erzähle es denguten Leuten vertraulich in ihrer Mundart, es wird ihnen vielleicht einenliefern Eindruck zurücklasscn, als eine Predigt im reinsten Französischen,welche das Dasein Gottes aus der Philosophie beweisen will."
Der junge Priester nahm das Büchlein zur Hand, und der Hausfreundging, die in den Gärten zerstreute Familie und ihre Gäste wieder auf diekleine Wiese zu versammeln. Als er dort mit ihnen anlangte, fanden sieden jungen Priester bereits an einen Apfelbaum gelehnt und die Bauernund Bäuerinnen und Kinder in mannichfaltigen Gruppen um ihn her sitzendund lagernd. Der kranke Müller hatte sich auf der Schiebkarre dicht vorseine Füße fahren lassen, und der Lustigmacher der Gesellschaft, mit derHahnenfeder auf dem Schlapphute, saß auf dem leeren Biertönnchen hinterden Anderen; die Familie schloß einen Halbkreis um den Erzähler.
Dieser sagte nun zu den guten Leuten in ihrer Mundart: ,,Jhr wisset,es ist der alte Brauch, wenn man auf Hochzeiten und Freudenfeste gehtund die Mahlzeit zu Ende ist, so trägt man Kuchen und Semmeln undObst in Körben und Tüchern für Kinder und Gesinde, und auch für sichselbst mit nach Haus, damit man noch eine Zeitlang an den folgendenTagen des Festes gedenken und genießen kann; so will ich euch denn heuteauch Etwas mit nach Hause geben, damit ihr, so lange ihr wollt, an dasfröhliche Ereigniß gedenkt, an dem ihr mit uns Allen Theil genommenhabt. Ich will euch ein. paar Geschichten erzählen, die viel Nachdenklichesin sich haben."
Und nun erzählte er ihnen die Parabel vom Vipernfänger (Parabelndes Vaters Bonaventura. Sulzbach 1830. Seite 46) so lebhaft und deutlich,daß alle Zuhörer sich nicht mehr zu rühren wagten, als er den im Schlafevon den Schlangen umschlungenen Mann schilderte, den die geringsteBewegung dem tödtlichen Visse der Vipern aussctzte. Alles athmete leise,als er erzählte, wie die Schlangen, eine nach der anderen, zu dem Kessel volllauer Milch schlichen, und als der Vipernfängcr ihnen endlich die Köpfeabgeschnitten, da erst bewegten sich die Zuhörer wieder fröhlich und sagtentheils: „Das war gut! Gott sei Dank, daß die Köpfe ab sind — nein, dasist eine gefährliche Handthierung!"
„Nun." sagte der Erzähler, „was merkt ihr euch aus der Erzählung,was glaubt ihr, daß der Vipernfängcr wohl bedeutet?"
„Ei," rief da der Possenreißer hervor, „ich meine, wenn der Müllerstatt Aale zu fangen, solche Schlangen fangen sollte, würde er jetzt besser