Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
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ruhig stehen läßt und vorübergehend anschaut, ohne daran zuzerren, zu modelliren, zu inetamorphosiren: der findet eine sounendliche, tiefe, hohe und doch naive, einfältige Würde undBedeutung in jeder Realität ohne übrige Deutung, daß für dasEmpfangen nur Dank, und für das Besitzen nur Opfer übrigbleibt, um es zu würdigen. Aller übrige Umgang mit denDingen, der sie dreht und wendet und färbt und schmückt undüberdestillirt, was die Poesie besonders will, ist am Ende nurein Götzendienst, der durch seine Spiritualität um so gefährlicherist. Ich könnte hier eine ganze Abhandlung schreiben, aber siewürde uns Beide nicht weiter führen: Alles Das will erlebt sein.

Sie haben alle Ursache mich des Stillschweigens anznklagen,aber was sollte ich schreiben auf die kindlichen Suppliken um denDruck der Märchen? Etwas Gedrucktes haben wollen, ist auch!eine Täuschung. Wenn es fertig ist, dann ist man klüger undwirft es hinweg und höhnt es. Wäre noch Etwas für dieArmen mit zu gewinnen, aber man hat nur Ekel, Ärger, Lange?weile, beschämende Complimente, beschimpfende Recensionen, undder Buchhändler hat das Geld davon, und man befindet sichauf. Generationen in der Leute Maul. Übrigens sind dieMärchen sehr obenhin gesudelt; ich selbst aber vermag dergleichennicht mehr zu überarbeiten, denn ich müßte mich auf eine uner-laubte, ja sündhafte Weise zurückschrauben. Wie kann ich nundas kindische, vorüberflatternde Gelüsten einiger guten Leute undKnaben befriedigen, ohne mich zu beschädigen? Das Einzige,was mich bewegen könnte, wäre, so der hiesigen Armenschule einVortheil dadurch erwüchse; ich selbst verlange Nichts dafür unddavon. Wir müßten darüber reden, mein Name müßte weg-bleiben u. s. w.

Sie haben sich mit den unglücklichen Romanzen eineunmenschliche Freundesmühe gegeben, ich habe Nichts dafür zugeben, als was Sie schon haben: meine Liebe, mein geheimes