Da muß ich auf die Mauth, Böhmer schickt ein Buch,zwanzig Gulden an Werth. Ich ärgere mich. Habe ich vielleichtaus Langeweile ein Buch bei ihm bestellt, das er treu undliebevoll besorgt hat, ich aber vergessen habe? Der enuuhirteZöllner übt neugierig sein Recht, wickelt die sorgsamen Windelnpedantisch ab bis zum marokkanischen Fell, blättert, .und schiebtmir den ganzen Brast hin. Was ist das? fragt MelchiorDiepenbrock, der vor dem Hause wartet? Die Romanzen vomRosenkranz! der gute Böhmer! Und gleich brechen wir Beidevor dem schönen Einband und goldneiz Schnitt in Complimenteaus: /A> I'oiivrgKS posllmms, Is vlisk ä'nsuvrs <1,1 Narguis äsvkevre kem»s u. s. w. Ich aber sage: Wo soll ich damit hin?Ich habe kein Haus, keinen Hof, keine Welt, kein Futteral,welche Noth! Da geb ich dem guten Mann den halb zwischenPomeranzen, Apfelsinen und dergleichen in Thränen gepökelten,verschimmelten Ä)echselbalg der melancholisch funkelnden Phan-tasie und des zerrissenen Herzens hin, daß er das Ding alsPräparat in Spiritus gesetzt in sein Museum stelle, und dergute Mann schickt mir das mühselige Potpourri aller meinerZustände schön zusammenkurirt in einem Cardinalsrock wiederins Haus. Was soll ich ums Himmelswillen mit diesengeschminkten, duftenden Toilettensünden unchristlicher Jugendunter der Autorität der Dankbarkeit anfangen? Das ist einewahrhaft liebliche und darum um so ängstlichere Todtenerschei-nung! Ich habe keinen Zusammenhang mehr mit diesen Dingen,als das tragische Gefühl aller Vergeblichkeit und eine leiseBeschämung, daß ich hineinblickend so vieles Seichte undUngründliche darin finde, welches das Colorit, die interessanteStimme und überhaupt der ganze Syrenosyropismus desDichters nicht für ihn selbst verbergen kann.
Wer nur einen Moment des Lebens, nur das kleinsteFragment der Natur, ich will nicht sagen versteht, nein, nur