Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
139
Einzelbild herunterladen
 

13S

Vaterland verbreiten, wodurch ein Gefühl des Verbandes bisins häusliche Leben erwachen würde, das nur zu sehr erloschenist. Ich halte diese Sache für sehr leicht, wenn sie am rechtenEnde angefaßt wird und zwar bald, ich glaube aber das rechteEnd» angegeben zu haben, wodurch viele Aussöhnung undWürdigung von allen Seiten erfolgen würde. Überlege dasund thue, was Du kannst. Freilich kann das Ganze auch sogeordnet werden, daß es nicht gedeiht, wenn man zwar eifrige,aber unförmlichere, schroffere, ungewandtere, katholische Schrift-steller damit beauftragte, welche schon dadurch, daß sie ihre

Sprache nie ganz erlernt, beweisen, daß sie nie mit der Nationganz vertraut geworden, obschon sie sehr große Verdienste haben.

Es müssen aber in dieser Schrift die Protestanten ganzignorirt werden und nur die Kirche muß ihre Herrlichkeit entfalten,dann werden sie dieselbe unwillkürlich selbst verbreiten. Ich

kann mich der Idee nicht erwehren, daß das Werk, nur monat-weis das Kirchenjahr begleitend, ein sicheres, allgemeines Wurzel-fassen und Gedeihen haben kann, weil es so auch jedes Jahrein Ganzes ist und eine ganze Lehre gelehrt hat.

Ich bitte Dich, fasse das doch auf, und thue, was Du

kannst dazu.

Ich will, mein lieber Bruder, jetzt diese Zeilen schließen.Sei versichert, daß ich gern immer daran fortführe, aber siemüssen selbst fort. Ich glaube nichts Wesentliches vergessen zuhaben, was Dich interessiren könnte. Du kannst manche Gedanken-faden wieder anknüpfen, die Dich früher interessirt. Das

Frankfurter Schul- und Kirchenwescn steht wie sonst.

Durch die Stolberg, die viel guten Willen hat, habe ichnun an das verfallende englische Fräulein-Institut eine Conver-titin von Osnabrück, eine sehr treffliche Erzieherin, gebracht,die den klösterlichen Geist drin erhalten wird. Sie kommtjetzt hin.