habe von Priestern und den bedeutendsten der Schule gehört,daß sie sich erklärten, es sei gar nicht zweckmäßig, jungestudircnde Theologen nach Rom zu senden, wo man in derBildung zu sehr zurück sei für Deutschland. Es ist dieses umso schädlicher, da von allen Seiten mehr Liebe für Rom erwachtin Deutschland.
Sonst geht es bei Windischmann wie sonst, lustig undchristlich; er kränkelt zwar manchmal, thut übrigens was ervermag für die Kirche, und ist der Trost vieler Katholiken inDeutschland. Da er bei der Schulcommission ist, sucht er beider Besetzung der Gymnasien katholischere Lehrer zu befördern,wozu häufig sehr ungläubige und zwar nicht gerade von Oben,sondern durch die vermittelnden, protestantischen Organe, gewähltwerden.
Die Convertiten mehren sich, und meist sind es bedeutende.Der zu Paris übergetretene regierende Herzog von Anhalt-Köthen und seine Gemahlin, Julie, Gräfin von Brandenburg,natürliche Tochter des vorigen Königs von Preußen, habenleider keine Kinder. Ihre Ankündigung ans Land ist sehrwürdig. Das Consistorium fragte, wer nun ihr Bischof sei.Er sagte: „Katholisch bin ich durch mein Gewissen, euer Bischofaber als euer Landesherr." Er ließ sie Das überlegen, da sieaber vier verschiedene Meinungen hatten, sagte er: „Daraus sehtihr, daß ihr nicht Bischof sein könnt!" — und da er versprochendie Rechte seiner protestantischen Nnterthanen zu handhaben,befahl er, daß fernerhin sich kein Lutheraner unterstehen solleeinem Neformirten, und umgekehrt, das Abendmahl zu reichen.Jede Confession solle bei ihrem Rechte bleiben.
Molitor in Frankfurt hat nun die Herausgabe seiner großenArbeiten über die jüdische Tradition begonnen, nach Windisch-mann, dem protestantischen Augusti und Görres, ein Buch vongroßer Wichtigkeit für die Kirche, zugleich von großer Klarheit.