Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
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Görres hat im Februar des Katholiken von 1826 eine trefflicheSchilderung des Manuscripts gemacht. Hermann in Frankfurtdruckt es.

Im vorigen Herbst starb Boos zu Sayn; er lebte belauertein trübes Leben. Man hat ohne Verstand seine Briefschaftendurchlesen, und gute Leute sind dadurch compromittirt und insMaul der Unverständigen gekommen. Aus alten Trostbriefenvon Sailer hat man, ohne Rücksicht auf die Verhältnisse und dasDatum, Verdacht, daß er ihn eingeladen, auf sein Benefiziat beiAugsburg sich zurückznziehen. Mit IndiScretion hat man dieseBriefe urtheilslose Geistliche lesen lassen, welche den AusdruckVater, wie Sailer von Allen genannt wird, sogar zur Ketzereimachen wollten. Vom abgefallenen Lindl fand man aus derletzten Zeit einen dringenden Brief, er solle auch den Papismusverlassen. Übrigens ist er ganz katholisch nach vielfachemGebrauche der Sakramente gestorben. Der arme, gehetzte Mann.

So eben schickt uns Windischmann einen Juden Federwaldvon Flörsheim zu, um ihn weiter nach Mainz zu Räß zusenden, dort seine Conversion zu enden. Er ist ein sehr ruhiger,talentvoller Mensch, der Glaser und Anstreicher und zugleichein geübter Schreiber ist; er hatte einen offenen Brief desP. Wüsten von Düsseldorf bei sich, zu welchem er sich aus demv. d. Neckischen Institut in Düsseldorf geflüchtet hat. Verleum-dungen halber, die v. d. Reck anzettelte, hielt Wüsten es für besserihn nach Mainz zu senden. Dieser Mensch hatte geglaubt,dieses von Sectirern bewohnte alte Kloster sei ein Kloster, weilein Marienbild über dem Thor und Kreuze auf all«i Dächern,und hoffte da in seiner Armuth in der Stille Christ zu werden.Als man ihn aber mit Gewalt lutherisch machen wollte und aufdie Kirche schimpfte, ja ihm drohte, ihn einsperrte, entkam er