Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
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Freund, Doctor Settegast, der erste Arzt und mit Diez besteMann der Stadt, immer zum Ärger der Protestanten berichtethat. Dieser liebe Freund, welcher so recht weiß, was Noththut, grüßt Dich herzlich; er hat eine unaussprechliche Freudeüber Deinen Brief gehabt, den er kostbar nennt.

Ein einziges, größeres und ganz katholisches Predigertalentkönnte Unbeschreibliches hier und überall wirken am Rhein, sohungrig ist Alles nach dem Worte Gottes. Es existirt aber garkeine Schule, kein Muster, und Alles ist verschüchtert undverflacht, oder hat so viel zu thun bei den wenigen Priestern,daß es nicht studiren kann. Der Gottesdienst und Kirchengesangist ganz verwildert, und die Organisten sind wie vom bösenFeind besessen; Diez quält sich jetzt auch mit diesen.

Der Bischof Hommer von Trier ist ein einfacher, stillwirkender, zugänglicher Mann, aber hat keine Hilfe, keinenbedeutenden Mann um sich, er thut im Innern was er kann,vermag aber sein Seminar nicht mit Lehrern zu besetzen undsendet sogenannte talentvollere Kapläne nach Bonn, bei Hermesdie philosophische Einleitung zu erlernen, um Professoren derDogmatik bei ihm zu werden. Was aus der künftigenPriestergeneration werden wird, ist nicht abzusehen, bei dem seitlanger Zeit am Rhein größten Einfluß des Philosophen Hermesauf alle geistliche Studien. Ich habe kein Urtheil über seinWerk, ich weiß nur, daß bei dem kleinen Umfang der geistlichenBildung, der vom Glauben abstrahirende und vom Zweifeldurch Philosopheme zur Begründung der Wahrheit vordringendeWeg, und zwar nach der Individualität eines Einzelnen, welchereingesteht, er habe vierzehn Jahre gezweifelt und sei so zumGlauben, oder zum Compendium und der Professur gekommen,ein in so kurzer Zeit schwer zu verschlingender Brocken ist, derEinigen vor dem Kopf wie ein Brett, Anderen im Hals wie