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2 (1855) (1855)
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verlassen zu müssen, besonders da es ruchbar war, daß man dieAbsicht hatte ihm einen sehr leichten, Andachts - ständigen Nach-folger zu geben, der in üblem Geruch ist. Alle die geistlichenFreunde dort gefielen mir sehr. Sie haben alle vielen Sinn undguten Willen und sind für nichts Wahres und Gutes verschlossen,und zugleich fromm, werden auch nicht leicht je etwas Linkischesausgehen lassen, sind auch alle demüthig und sittenrein, hilfreichund ungemein wohlthätig im Umgang. Jedoch gestanden sie allegern ein, daß ihrer ganzen Schule jene äußere priesterlicheDisciplin und Haltung fehle, welche sie in Räß bewundernmußten, und die Widmer, der mich nach Straßburg begleitete,auch dort bewunderte. Ihr Wein ist ein edler Jahrgang undin großer Fülle, aber die Kellerwirthschaft, die Faßbinderei istnicht so gründlich und sicherstellend, und sie laufen eher Gefahrmit dem Branntwein weltlicher Wissenschaft, dem Syrup äußer-licher Mystik und dem Schwefel protestantischer Lehre aufgefülltund geschönt zu werden; doch liegt zu viel äußeres und inneresLicht jetzt auf der Kirche, als daß sie im mindesten gefährdet wären.

Ich kann nicht genug sagen, wie wohl Echtermann mirgefiel, und mit welchem Danke, welcher Innigkeit und Einfalter von Allem sprach, was er Dir zu danken habe. Es mögenübrigens nirgends so viel geist- und sinnvolle junge Priesterbeisammen sein. Sonst kennst Du das widerliche, kleinstädtische,kalte, irreligiöse Gesetz der Regierungen in diesem Lande.

Widmer fuhr mit mir, wir besuchten Groote, der sich sehrfreute. Wir übernachteten in Baden im Stern, Jungfer Fran-ziskerl war nun des Wirthes Hausfrau geworden, wir wohntenbei ihr und genossen viele Liebe bei dieser Deiner frommenFreundin, welche allerdings eine sehr feine Seele ist und unseine sehr wohlthätige Erinnerung zurückließ, wofür ich Dir danke,wie überhaupt für alles Gute, was Deine Liebe mir in derSchweiz vorbereitet. Sie grüßt Dich herzlich.