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2 (1855) (1855)
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Rath gefragt) etwas genähert, da kriegten Einzelne, aus geist-lichem Centrum erregt, andere Produktionen. Es kamen allge-meine Parabelgeschichten von Hirten, Heerden, Gärten, Ackerbauu. s, w., wie die Welt- und Kirchengeschichte selbst anfängt undenden wird. Es kamen bald speziellere Offenbarungen vonSeelen, Fegefeuer, Seelcnfiihrungen, die magische Abhängigkeitder Personen von diesen Männern wurde den jüngeren sehrinteressant und sehr zerstreuend; es gab Verleumdung. Einigezogen sich bald zurück, ein geistreicher Cistercienser war amgespanntesten und befangensten; dieser sprach von nichts Anderemmit mir, und glaubte nun sei der Schlüssel zu Allem gefunden.

Wenn so etwas einmal ins Kloster dringt, da bleibt eslange stecken. Der Bauer Wolf und seine Mitbeter waren sehrdagegen. Bald aber kamen viele prophetische Mißgeburten, dennLügen kann man dergleichen nicht nennen. Es gibt rechtmäßige,eheliche, Gott geweihte und heilige Kinder, uneheliche u. s. w.,entgegengesetzte, und drittens auch Mißgeburten, Mondkälberund Wechselbälge, in diesen geistigen Geburten wie im Fleische.

Ich hatte viel mit den Herren zu disputiren, aber siewurden doch etwas aufmerksamer, und nun schreibt mir Widmer,daß sie durch sehr viele unrichtige Vorhersagungen gänzlichgeheilt seien.

Diejenige Prophetin, mit der sie nicht zu thun hatten,existirt aber noch, so viel ich weiß. Wolf war auf Heilungenabwesend, ich sah ihn nicht. Einen seiner frommsten Gebet-genossen zeigte mir Schmidt, er hatte ein sehr inniges Aussehen,ja etwas von der hellsehenden Physiognomie. Schmidt schiennoch immer in einer Art Scrupel, ob das sogenannte Über-beten, wo einer durch Handauflegung das fremde Leid empfängtoder darüber weissagt, kirchlich erlaubt, oder Täuschungen unter-worfen sei.

Sigrist rührte mich sehr. Er litt ungemein, sein Horn