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2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
119
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ländlichem, sehr trefflichem Familienleben, in gar reichlichenSchmausereien, mit guten Krämern und tüchtigen Pfarrern.Solche deutsche Treue und Redlichkeit der ältesten Art, solcheEinfalt und Heiterkeit, als in diesem Elsaß, habe ich noch niebegegnet.

Räß wollte nach Freiburg. Ich beredete ihn über Luzern zugehen, denn ich wünschte durch die Persönlichkeit der Sailer'schenSchüler in Luzern das Vorurtheil in ihm zu untergraben, welchesdie Mainzer gegen Sailer und Zimmer haben. Widmer nahmuns gleich aus dem Wirthshause zu sich, und gewann durch feinherzliches, heiteres und zugleich demüthiges Verfahren recht dieLiebe von Räß; so auch Gügler und Geiger und die jungenLeute vom Gymnasium.

Alle diese Männer waren ungemein lieb und hatten ander Heiterkeit, der geistlichen Zucht, Umsicht, großen Thätigkeitund dem gründlichen Ernst des Räß große Freude. Sie sindgute, recht gute Freunde geworden, und ich mußte die Umsichtund Demuth dieser Männer bewundern.

Sigrist in Horn fand ich traurig. Er war eben im Begriffseine Heerde zu verlassen, wo ihn die Wölfe weggebissen, undAlles in Horn war voll Thränen. Der wegfertige Widmerkutschirte uns nach der Abtei Muri. Wir fanden unterwegs denfrommen Mathematiker Schmidt auf einer Fußreise. Ich bliebmit ihm im Gasthaus und ließ die Herrn in die Abtei gehen.Dieser liebe Mann konnte nicht satt werden sich von der Emmericherzählen zu lassen, und erzählte wieder von seinem Bauer Wolfund dessen Betern.

Wir fuhren zurück, und da Räß die Freiburger Fahrt auf-gab, begleiteten Widmer, Gügler, Geiger, Sigrist und ich, Räßnach der Abtei Sanct Urban. Sigrist zog unterwegs nachWolthusen seine neue Pfarre zu besehen, und wir nach SanctUrban zu den Cisterciensern, wo der Abt ein sehr erbaulicher,