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Erscheinung zu viel Ähnlichkeit mit der Emmerich hatte; beieinem Trug wäre dies ein unbegreiflicher Zufall gewesen. IhrePersönlichkeit ist sehr rührend und ernst und Ehrfurcht gebietendund doch wieder kindlich. Ich war gleich ganz vertraulich mitihr, und als ich sie ansah in der ersten Minute, mußte ichsagen: „O du armer Schelm, welch schwer Geschäft hast du,dich versteht kein Mensch auf der Welt." — Da lächelte sieim Schlaf.
Ich wäre länger dageblieben; aber da sie schier gar nichtsspricht und nur in die Ohren wenige Worte zu flüstern vermag,wollte ich in ganz fremdem Land ohne alle Unterstützung,bei der Gesinnung der Behörden, mich in nichts mehr ver-wickeln.
Sie scheint in ihrem Zustand selbst noch wie ein neu-geborenes Kind, das nach der Außenwelt gar nicht orientirt ist.
Ich war eine Stunde während dem Hochamt bei ihr, wosie sich ganz, in steter Exstase, wie die Emmerich betrug, so daßich glaubte bei dieser zu sein
Auf Görres machte sie einen sehr schönen Eindruck, ersagte mir: „Dies ist das Ernsteste, was ich im Leben gesehen!"und schrieb wegen ihr einen gewichtigen Brief nach Nancy,wo er geachtet ist; er hat noch keine Antwort. Die Fran-zosen, die einen solchen Spektakel wegen der Emmerich machten,haben nun Ähnliches im Haus und erkennen es nicht. Wir sindübrigens gute Freunde geworden und ich höre manchmal vonihr, auch Görres, durch oben genannten Antoni Mehcr inZabern. — — — — — — — — — — —
Von Straßburg ging ich auf vierzehn Tage nach Siegols-heim bei Colmar ins Weingebirg zu Räß und seiner siebzig-jährigen Mutter, einer frommen Weinbauer-Wittwe, mit vielenrings etablirten Söhnen. Da war ich den Herbst in unschuldigem,