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Sein Wirken ist sehr gehindert durch die offenbare, heftigeKathederfehde mit dem dorthin von Münster versetzten philo-sophischen Dogmatiker Hermes. Dieser scharf und nüchtern undsehr bestimmt, ist des Erzbischofs von Köln Schützling, hat einegroße Partei, — ja Alles, was gegen Windischmann ist (auchProtestanten), ist für ihn. Studenten aller Facultäten hörenihn, und er hat in einem Collegium an zweihundert Zuhörer,auch besetzt er alle Nebenstellen mit Doctoren seiner Partei,und hat wirklich eine Schule. W. aber ist in einem schrecklichenEifer gegen ihn und behauptet, seine Methode führe zum höchstenVerderben und Unglauben, während Hermes ganz breit aufseinem Triumphwagen selten einen kleinen Witz auf den wirrenSchwärmer, wofür er ihn hält, schweben läßt. Wie Bonnerwähnt wird, wird nur dieses erwähnt und meistens zu W'sNachtheil. So viel scheint bis jetzt der Erfolg der HermesischenWeisheit, daß bereits zwei Theologen zur Philologie und Philo-sophie übergegangen und gefreit haben; man wird, glaube ich,hoffärtig dabei. ^)
Unterdessen bat mich Diez öfters, Görres in Straßburg zubesuchen, und da Näß, Director des Seminars in Mainz, denich als sehr tüchtig, gesund und voll geistlicher Zucht und allerleigutem Willen kennen gelernt, mich nebst Weiß ganz kindlich batmit nach Straßburg und in den Herbst zu Räß Mutter nachColmar zu reisen, nahm ich einiges meiner Manuscripte undein klein Päckchen und reiste zu Görres. Ich fand ihn sehr gutund einfach, ich hatte ihn wohl in zwanzig Jahren nicht gesehen.Mit seiner Publicität hat es eine ganz andere Richtung genommen.Das bekannte Mainzer Journal, der Katholik, wurde an allenEcken verfolgt, die Darmstädter vertrieben es, es ging nach
*) Die Kirche hat indeß längst über die Hermestsche Lehre geurtheilt.