Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
106
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Jndeß, ich begütigte ihn und es war von keiner Delationweiter die Rede, nur fragte er mich, wofür ich Herrn W. nachseinen Äußerungen halte? Erst den anderen Tag erfuhr ich, daßW, Katholik sei.

Ob ich mir indeß gleich bei unseren gegenseitigen Angriffenunablässig zurief: Nur der Mäßige hat Recht, wer sich ärgertund mit Leidenschaft vertheidigt, ist nur halb von seinem Rechtüberzeugt und will die andere Hälfte mit Hitze erstreiten, sogewann doch unser Gespräch zuweilen einen fein satyrischenAnstrich, wobei wir dem Gegner die herbsten Wahrheiten mitlächelndem Munde sagten und ihn mit Vergleichungen, Citaten(z. B. Geschichte von der Ratte) und (der Tebel hole mer)Gedankenblitzen aller Art, deren schnelles Auffinden (Gedankenvom Klappcrstorch) der Einfluß des südlichen Himmels so sehrerleichtert, möglichst aus der Fassung zu bringen suchten. Auchwar es mir unangenehm in Brentano's Händen sehr oft pole-mische Bücher zu finden, deren eines mit dem Titel: ^6 conka-lanäos Ikseoelicoo, er mir mit Ungestüm entriß, ob ich gleich zubemerken gab, daß ich als Theolog auch darüber urtheilen könne.Ich hätte so gern in ihm wenigstens einen christlichen Katho-liken gesehen, und solche Bücher in seiner Hand waren mir einGreuel. Doch was ich ihm auch bald scherzend, bald ernstsagen mochte, Nichts entzweite uns, wir schieden immer inFrieden, und als ich Rom verließ drückte er mir die Hand undfreute sich meiner Bekanntschaft und unserer geselligen Abende."

Dieses ist das vollständige Kapitel, was Dich allein betrifft,und Du bist wahrhaftig gut weggekommen, besser als ich, dersich eine Ehre daraus macht, in allen Zeitungen als in Rombekannt gemacht und so in Deutschland wenigstens mit Brief-porto verschont zu bleiben. Der anMuthige Jüngling muß Dichbesonders lieb haben, weil er die meisten anderen Leute imBuche nur mit Anfangsbuchstaben nennt. Es ist übrigens dies