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2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
103
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Ivs

einander!. Dann aber ist der Gedanke des Verlassens gartraurig zum voraus. Einen Vertrauten, Freund und Bruderin der Fremde zu verlassen ist viel trauriger, als ihn außer derHeimath zu wissen. Ich zittere und zage daher nach Rom zugehen aus eignem Willen, ja ich halte es für mich nicht fürerlaubt nach meiner jetzigen Empfindung.

Übrigens brauche ich nicht nach Rom zu kommen, weilschier alle Zeitungen in Deutschland, die Frankfurter Didaskalianicht ausgenommen, mich als Proselytenmacher in Rom ange-kündigt. Alle haben dieß aus einer Broschüre:Glaube undUnglaube und Aberglaube unserer Zeit, Beiträgezur neuesten Religions- Kirchen- und Ketzerge-schichte des Südens, gesammelt von Eduard Köhler,mit einem Vorworte vonTiedge (Dresd en 1825)" abgeschrieben.Vielleicht die abgeschmackteste, dümmste, Schelmufski - ähnlicheBroschüre, die je erschienen ist über Italien. Sie ist ganz vollHoffart, Marqueur- und Lohnlakaien-Weltkenntniß, und vonAnfang zu Ende eine galvanische Kette von Seufzern, Achsel-zucken, Blähungen, Mitleiden,sagt ich," protestantische Würde-schonung, daß man in Wahl zwischen Lachen und Weinen speienmöchte. Der ganze Wisch ist eine Litaney von Ablaßkaufen füralle Höllenstrafen, Heiligenanbetung, schrecklicher Unzucht, Dumm-heit, Proselytenmachen, Künstlerverführung zur Kirche durchSinnenreiz, Geld, Weiber u. s. w. Es ist aber als zu gutund wichtig für die Kirchcnzeitung in Darmstadt, mit einerVorrede des alten Tiedge, als höchste Wahrheit allein abgedruckt.

Diese höchste Wahrheit bewährt sich in folgendem Kapitelunter dem Titel:Der Proselytenmacher in Rom."

Mit dem bekannten Clemens Brentano aus Frankfurt kamich wenigstens jeden Abend zusammen. Da er nicht beliebt, vonManchen sogar bitter gehaßt war, so konnte meine anfänglicheMeinung über ihn nicht günstig sein, besonders da er das