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2 (1855) (1855)
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An feinen Bruder Christian.

LMrii? den i5. Wy 1826.

Heute Morgen erhielt ich Deinen Brief vom 11. Februar,Franz sendete ihn mir. Rührend ist mir die große Liebe, dieDu in der Abfassung Rom und mir bezeigest. Ich halte es füreine Fügung Gottes, denn ich werde durch Mittheilung diesesBriefs vielen Katholiken Freude an Rom machen, welche durchdie Reisebeschreiber geärgert werden. Ich zweifle an all diesemGuten nicht, es ist auch kein Widerwille vor Rom, der michzurückhält, sondern es war die Furcht vor einem fremden Land,wo ich nichts zu thun hätte, als mich umzusehen und zu expli-ciren. Und dann, wie soll man wieder fortkommen, in demwildfremden Land, wo man Niemand hat, als Dich? Und Dunimmst nicht immer Raison an, bist im Stand zu sagen: Dubleibst! Da sitzt man dann und wird erdrückt von fremderEigenthümlichkeit, die einen einmauert und steinigt mit Geschenken.Man darf auch nicht sagen: Halt' ein, ich sterbe, das Herz brichtmir! Du weißt es nicht, aber Du bist zu viel, als daß Dueinem müden Manne nicht solltest in Rom bange machen. Dannaber habe ich noch einen betrübten Gedanken. Stelle Dir vor,es käme dahin, daß wir uns in Rom zankten, oder Du dichan meiner Schwachheit ärgertest, ich mich neben Dir gedrücktfühlte, und ich säße da in dem fremden Lande, traurig, in Ver-wirrung und Schwermnth, und müßte in Kummer von meinemBruder scheiden. Ich sehe die ganze Geschichte vor Augen,wenn ich daran denke, und werde so traurig, als wäre es schon.

*) Antwort auf eine Zuschrift vom 12 . Februar 1626, eine Schilderung Romscntbaltend. Siehe hinterlafsene Schriften von Christian Brentano.Zweiter Band. Seite 28 S.